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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Volume 2, I – O
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Joseph | J 1519 die vom Mitangeklagten Pumpernig zu ihrer Entlastung vorgebrachte Behauptung, sie habe sich aus Liebe zu ihm an der Widerstandsbewegung beteiligt, mit der Aussage: „Nein, ich habe alles aus tiefster Überzeugung gemacht!“ Im Herbst 1944 wurde sie ins Arbeitslager Waldheim in Deutschland gebracht, danach leistete sie in Zeithain an der Elbe Zwangsarbeit in einer Munitionsfabrik. Nach der Befreiung des Lagers durch die Rote Armee gelangte sie mit einer Mitgefangenen über Augsburg nach Klagenfurt, wo sie im Juli 1945 eintraf. Qu.: Datenbank VGH, DÖW. L.: Dokumentationsarchiv 1983, Karl von Vogelsang-Institut, Spiegel 1967, Walzl 1994 Joseph Inga, geb. Pollak, Ingrid Jacoby; Lehrerin und Bibliothekarin Geb. Wien, 9. 3. 1927 Herkunft, Verwandtschaften: Der Vater konnte nach England fliehen, die Mutter, Emma, wurde mit ihrer alten Mutter nach Minsk deportiert und dort im November 1941 ermordet. Eine Tatsache, die dem Vater von seinen Kindern immer wieder vorgeworfen wurde. Eine Schwester, Lisa (Lieselotte), drei Jahre älter. LebenspartnerInnen, Kinder: Heiratete 1952 Stan Joseph, Humanbiologe, den sie in Oxford kennen gelernt hatte, ein Sohn, Julian, zwei Enkelkinder. Ausbildungen: Besuchte ein Jahr lang die Schwarzwaldschule und musste dann in die Schule für jüdische Kinder in der Sechskrügelgasse wechseln, besuchte in Falmouth, Corn- wall die Schule bis 1944 und anschließend ein zweijähriges Secretarial College in Oxford, 1968 –1971 Ausbildung zur Deutschlehrerin. Studierte ein Jahr lang Italienisch, Deutsch und Englisch an der Sheffield University. Laufbahn: Am 22. Juni 1939 floh sie mit einem Kindertransport nach England, wurde mit ihrer Schwester Lieselotte von einem kinderlosen Ehepaar aufgenommen. Kurz darauf wur- de die Frau jedoch schwanger und wollte die beiden Pflegekinder nicht mehr behalten. Die beiden wohnten dann bei zwei älteren Damen. Ihr Ziel war es, so schnell wie möglich „englisch“ zu werden und sich zu integrieren. Ihre Herkunft versuchte sie, ihren eigenen Aussagen nach, zu verleugnen. Sie ließ sich taufen und sagte auch ihrem Mann lange Zeit nichts von ihrer jüdischen Herkunft. Sie arbeitete als Bibliothekarin, zunächst in the Oxford Public Library, danach an einer College Library der Universität Oxford und später beim Blackwell’s Bookshop. Am besten gefiel ihr die Arbeit nach eigener Aussage beim Antiquar Rosenthal. 1963 zog sie wegen des Berufes ihres Mannes, einem Wissenschafter, der eine Stelle an der dortigen Universität erhielt, nach Sheffield. Nach einer Ausbildung zur Lehre- rin unterrichtete sie von 1971 bis zur Pensionierung 1991 Deutsch an einer Gesamtschule (Waltheof, Rowlinson) und war in der Erwachsenenbildung tätig. Sie spielt Tischtennis und Badminton und schreibt immer noch Tagebuch. Biograph. Mitteilungen, Hinweise: Korrespondenz mit Susanne Blumesberger am 8. 5. 2006, 22. 6. 2006, 21. 7. 2006. W.: „Deutsche Kinder schreiben“ (1980), „Jacoby, Ingrid: My darling Diary. A wartime jour- nal  – Vienna 1937–39, Falmouth 1939 –44“ (1998), „Jacoby, Ingrid: My darling Diary. The Girl in and out of Love. Oxford 1944 –1950“ (2006) L.: Wimmer 1993, Baddeley, Penny: A diary of salvation. In: Sheffield Telegraph, 11. 12. 1998, Hastings, Sheena: The girl who took a train to freedom. In: Yorkshire Post, 27. 1. 2004,
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Volume 2, I – O
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
biografiA.
Subtitle
Lexikon österreichischer Frauen
Volume
2, I – O
Editor
Ilse Korotin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1026
Category
Lexika
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