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Pariser Schlachthaus-Bilder (1950–1958), in denen die Grausamkeit des Massenschlachtens
zum Thema gemacht wird. Daneben sichern die Portrait- und Modefotografie den Lebens-
unterhalt der Künstlerin.
1959 wird D. K. durch einen Unfall pflegebedürftig. 1961 übersiedelt sie wieder nach Öster-
reich, wo sie auf ihren Wunsch in Frohnleiten im Haus ihrer Familie wohnt.
D. K.s Kunden kommen aus der jüdischen Wiener Intelligenz: Alma Mahler Werfel, Arthur
Schnitzler, Max Reinhardt, Berta Zuckerkandl, die Sacher, Gustav Klimt und Emilie Flöge,
Gräfin Szechenyi-Vanderbil, Karl Kraus, Anna Pawlowa und die Schwestern Wiesenthal,
Tina Blau, Maria Jeritza zählen zu ihren AuftraggeberInnen. Ab der zweiten Hälfte der
Zwanzigerjahre auch in Paris Kundenkreis aus der Künstler- und Intellektuellenszene mit
Aufträgen von verschiedenen Modezeitschriften. Sie fotografiert u.a. Josephine Baker, Mau-
rice Chevalier, Anna Pawlowa, Coco Chanel.
D. K., die ohne jeden Zweifel als Pionierin der Fotografie gilt, ist geschäftstüchtig und selbst-
bewusst und von sich selbst überzeugt. D. K. vereint in ihrem Still den Anspruch der Reprä-
sentation mit dem der individuellen Charakterisierung von Menschen durch eine geschickte
Regieführung. Im Laufe der Zeit wird ihr Stil
– wie im zeitgenössischen Schauspiel
– immer
expressiver.
In Paris ändert sich D. K.s Stil gemäß den Tendenzen der zeitgenössischen Mode: der Stil
wird weicher und fließender, Glitzereffekte werden eingesetzt, die den Glamour der Zwan-
zigerjahre widerspiegeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt D. K. künstlerische Verantwor-
tung und bekennt, dass das stattgefunden Grauen auch die herkömmlichen künstlerischen
Mittel obsolet macht und unterbricht ihre Laufbahn, um soziale und zeitgeschichtliche
Themen zu dokumentieren.
Mitglsch.: Die k. u. k. Fotografische Gesellschaft nimmt D. K. 1905 als erstes weibliches
Mitglied auf. Dort erlernt sie die Praxis in der Dunkelkammer.
W.: Ihre Werke befinden sich in: Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv. Österrei-
chische Nationalbibliothek, Theatersammlung. Museum für Kunst und Gewerbe, Ham-
burg. Bibliothèque Nationale, Paris. Sammlung Fotografis, Länderbank Wien. Archiv
Setzer-Tschiedl, Wien. Sammlung Mag. Adolf Adler, Wien. Sammlung Peter Baum, Linz.
Sammlung Dr. Christian Brandstätter, Wien. Sammlung Dr. Christian Coudenhove-Kaler-
gi, Wien. Sammlung Hans Frank, Bad Ischl. Sammlung Peter Schnitzler, Wien. Sammlung
Seemann, Wien. Sammlung Timm Starl, Frankfurt/Main.
Eigene Texte von D. K.: „Hundeportraits (mit Text). In: Die Dame 4“ (1926), „Jadefigur.
Eine Caprice von Mme. d’Ora“ (mit Text). In: Das Magazin 39“ (1927), „Das Auto und die
Tänzerin (mit Text). In: Die Dame 19“ (1929), „Komagiku heißt die kleine Tänzerin (mit
Text). In: Das Magazin 69“ (1930), „Kinderphotos (mit Text). In: Madame“ (November
1955).
Eigene zeitgenössische Veröffentlichungen (= Publikationen, die ausschließlich mit Werken
von D. Ph. K. illustriert sind): „H. H. Ewer: Bild und Photo“ (1914, Werbebroschüre), „Le
portrait élégant. 12 Fotos“ (1921), „Die Tänze des Lasters, des Grauens und der Ekstase.
Anita Berber, Sebastian Droste. 16 Fotos“ (1922), „Maurice Chevalier, 27 Fotos“ (1955).
Eigene fotojournalistische Tätigkeit: Erdgeist (Wien 1909), Die Bühne (Wien ab 19223),
Die Dame (Berlin ab 1920), Die Damenwelt (Wien 1917), Wiener Salonblatt (ab 1910),
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 2, I – O
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 2, I – O
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1026
- Category
- Lexika