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Sandrock | S 2823
LebenspartnerInnen: A. S. blieb unverheiratet, hatte eine enge Beziehung zu Arthur
Schnitzler und war mit Alexander Roda Roda verlobt.
Ausbildungen: Schauspielunterricht bei der Mutter, gemeinsam mit ihrer Schwester.
Laufbahn: A. S. debütierte 1878 am Privattheater Urania in Berlin in Birch-Pfeiffers „Mut-
ter und Sohn“. 1880 war sie kurze Zeit am Hoftheater Meiningen engagiert, nach Tourneen
1885/86 in Wiener Neustadt (NÖ), ab 1887 am Deutschen Theater in Budapest. Der künst-
lerische Durchbruch gelang ihr 1889 am Theater a. d. Wien als Isabella in Dumas-D’Arthois
„Der Fall Clemenceau“. 1889–95 war sie am Deutschen Volkstheater, 1895–98 am Hofburg-
theater, an dem auch ihre Schwester spielte, engagiert. Ihre differenzierte Darstellung tragi-
scher Rollen im klassischen Fach sowie ihr Einfühlungsvermögen in Rollen von Ibsen und
Schnitzler, dem sie auch als Vorbild für Bühnengestalten diente, ließen A. S. zum Star der
damaligen Theaterszene Wiens avancieren. Sie wurde nicht nur als Schauspielerin, sondern
auch durch ihr Privatleben, durch Skandale und Vertragsbrüche, berühmt. So verließ sie
1898 mit einem Eklat das Burgtheater und ging auf Tournee. 1902–05 spielte sie wieder am
Deutschen Volkstheater und an anderen Bühnen, war aber nicht mehr so erfolgreich. 1905
übersiedelte sie nach Berlin, wo sie neben Gastspielen bis 1910 an Reinhardts Deutschem
Theater engagiert war. Mit ihrem Abgang vom Hofburgtheater war jedoch ihre Karriere
ins Stocken geraten. Erst 1920 wurde A. S. durch ihre Darstellung der Lady Bracknell in
Wildes „Bunbury“ für das Fach der „komischen Alten“ entdeckt und begann damit ihre
zweite Karriere. Zuerst nur in Stummfilmen erfolgreich, hatte sie später in vielen Tonfilmen
leichten Genres Erfolg.
Hauptrollen: Magda (H. Sudermann, Heimat), Rebekka West (H. Ibsen, Rosmersholm),
Emilia, Orsina (G. E. Lessing, Emilia Galotti), Luise, Lady Milford (F. v. Schiller, Kabale
und Liebe), Maria Stuart (ders., Maria Stuart), Sappho (F. Grillparzer, Sappho), Medea
(ders., Medea), Anna (W. Shakespeare, König Richard III.), Gräfin Geschwitz (F. Wede-
kind, Die Büchse der Pandora), Fanny Theren (A. Schnitzler, Das Märchen), Christine
(ders., Liebelei). Filmrollen in: Kinder der Finsternis 1920, Lukrezia Borgia 1922, Das große
Los 1927 (alles Stummfilme), Alles hört auf mein Kommando 1934, Amphitryon 1935, Eva
1935, Skandal um die Fledermaus 1936, Die Puppenfee 1936, Rendezvous in Wien 1936.
Ausz.: Verkehrsflächenbenennung: Sandrockgasse, 1210 und 1220 Wien, seit 1929.
Qu.: Tagblattarchiv (Personenmappe).
W.: „Mein Leben, ergänzt und hg. v. W. Sandrock“ (1940)
L.: Adele Sandrock 1975, Ahlemann 1987, Czeike Bd. 5, 2004, Eisenberg 1903, Klein 1999,
Kosch 1953, ÖBL, Pausch 2001, Renger 1950, Wagner 1997, Wedel 2010, Zellinger 1947,
Wikipedia
Sandrock Wilhelmine; Schauspielerin
Geb. Rotterdam, Niederlande, 5. 2. 1861 (1865)
Gest. Berlin, Deutschland, 29. 11. 1948
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Eduard Othello Sandrock, deutscher eh. Offizier und
späterer Kaufmann; Mutter: Johanna Simonetta Sandrock, Ps. Nans (Nancy) ten Hagen
(1833 –1917), niederländische Schauspielerin; sieben Geschwister, darunter Adele Sandrock
(1866 –1937), Schauspielerin; Christian Sandrock (1865–1924), Maler und Schriftsteller.
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 3, P – Z
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1238
- Category
- Lexika