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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
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S | Scarlatescu2842 privat wohnte. Sie wurde 1797 als Fähnrich ausgemustert und war damit die einzige weibli- che Absolventin der Militärakademie zwischen ihrer Gründung 1751 und 2003. Anschlie- ßend wurde sie dem Warasdiner St. Georger Grenz Infanterieregiment (IR) 6 zugeteilt und bewährte sich vor allem in den anschließenden Franzosenkriegen. Ihr erster Auftrag war die Führung eines Rekrutantentransportes des Regiments aus Ungarn in das Rheinland, wo sich das Bataillon, dem sie angehörte, befand. Um nicht als Frau erkannt zu werden, wech- selte die Soldatin immer wieder ihr Regiment. Der häufige Standortwechsel brachte sie nach Böhmen und Schlesien, 1798 nach Steiermark und Kärnten und mit dem IR 56 nach Brünn, Lublin und Sandomir. Der Entdeckung ihres Geschlechtes konnte sie auch wäh- rend einer schweren Erkrankung geschickt entgehen. Ab 1799 diente sie beim Deutschen Banater GrenzIR 12. Als nach der Aufgabe von Genua der Rückzug der Arrieregarde der Belagerungstruppen zu decken war, zeichnete sie sich durch besondere Tapferkeit bei der Behauptung des Vorpostens Barba gelata aus. Später kam sie nach Livorno in Garnison. Am 1. März 1800 wurde sie zum Leutnant befördert und besuchte stolz ihre Eltern in Mailand. Diesen gelang es nun  – unter Hinweis auf die gesundheitliche Gefahr des Zusammen- schnürens ihrer Brust −, sie zur Beendigung ihrer militärischen Laufbahn zu bewegen. Ihr Vater erreichte bei General der Kavallerie Melas eine Beurlaubung auf unbestimmte Dauer und schließlich 1801 die Versetzung in den Ruhestand mit einer Leutnantspension. Kaiser Franz II., der schließlich ihre Identität erfuhr, entließ F. S. unter Wahrung ihres militäri- schen Ranges und mit dem Recht, bei Anlässen ihre Uniform sowie ihre Auszeichnungen zu tragen, aus dem Dienst und gewährte ihr eine lebenslange Leutnants-Pension. Nach dem Tod ihres Mannes wurde ihr von Kaiser Franz II. zu ihrer eigenen auch die Pension einer Majors-Witwe zugesichert. Ihre Lebensgeschichte wurde 1931 nach einem Drehbuch von Roda-Roda und F. Grünbaum mit dem Titel „Liebeskommando“ unter der Regie von G. v. Bolváry verfilmt. Qu.: Kriegsarchiv, Wien; Tagblattarchiv (Personenmappe). L.: ADB, Brosch-Fohraheim 1970, Jobst 1932, ÖBL, Reisinger 2001, Svoboda 1894–97, Wurzbach, Wikipedia, Soldatin im 18. Jahrhundert: Wissenschafter der Uni Graz unter- sucht die weiblichen Kapitel der Militärgeschichte: http://www.uni-graz.at/…soldatin.html, www.bmlv.at/karriere/frauen/ Scarlatescu Alice, Scarlates; Historikerin und Lektorin Geb. Artanatzi, Rumänien (Titu, Rumänien), 20. 6. 1882 Gest. Wien, 11. 3. 1958 Herkunft, Verwandtschaften: Tochter des Herrenhaus-Mitglieds Georg Scarlatescu. Sie übernahm 1918 die österreichische Staatsbürgerschaft. LebenspartnerInnen, Kinder: A. S. lebte ab 1912 mit der Komponistin Mathilde Kralik (1857–1944) zusammen: „Sie war als Lehrerin des Französischen zu Mathilde v. Kralik ge- kommen […]. Die beiden Frauen schlossen sich so aneinander an, daß sie wie Schwestern miteinander lebten, und es war rührend zu sehen, wie sie sich an Zärtlichkeit füreinander in unzertrennlichem Zusammensein überboten.“ (Elise Richter, Summe des Lebens, S. 138). Ausbildungen: In Paris erzogen, Studium an den Universitäten Bukarest, Paris und Wien, Promotion an der Universität Wien 1911 mit einer Dissertation aus dem Bereich Geschichte.
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
biografiA.
Subtitle
Lexikon österreichischer Frauen
Volume
3, P – Z
Editor
Ilse Korotin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1238
Category
Lexika
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