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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
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Schalek | S 2849 LebenspartnerInnen, Kinder: Unverheiratet, keine Kinder. Ausbildungen: Sechs Jahre Lyzeum des Wiener Frauenerwerbvereines, Kenntnis mehrerer Fremdsprachen. Laufbahn: A. Sch. machte als erste Frau Österreichs als Journalistin und Vortragende Karriere. Sie arbeitete ab 1903 als Feuilletonredakteurin in der „Neuen Freien Presse“, schrieb in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts auch für die „Arbeiterzeitung“ und verfasste Reiseberichte und journalistische Artikel und Kommentare für die „Münchener Neuesten Nachrichten“, die „Berliner Illustrierte Zeitung“ und andere Journale, u. a. „Die Ehe“. A. Sch. unternahm zahlreiche Reisen in die ganze Welt, beginnend 1905 nach Nordafrika, 1909 nach Ägypten, Palästina und Indien, 1911 Südostasien und Japan und später auch nach Südamerika (1924/25), Indien (1928), die USA (1930), Afrika (1931) und Kleinasien (1935). Mit dem Fokus auf die Rechte der Frauen schrieb A. Sch. unzählige Berichte über den sozialen und politischen Zustand in den besuchten Ländern, die sie in Zeitungen und an der Wiener Urania als erste weibliche Vortragende präsentierte. Mehr als 6.000 Licht- bildaufnahmen  – viele davon liegen in der ÖNB auf  – hat sie auf ihren Reisen gemacht und zeigte sie bei diesen Vorträgen über ferne Länder. Im Ersten Weltkrieg war sie die einzige (und für Österreich erste) weibliche Kriegsberichterstatterin. Wegen ihrer teilweise eupho- rischen Darstellung der Kampfsituation wurde sie vom Kriegsgegner Karl Kraus in seiner Zeitschrift „Die Fackel“ mehrmals angegriffen. 1914 gründete sie mit Siegfried Löwy die Wohltätigkeitsorganisation das „Schwarz-gelbe Kreuz“ zur finanziellen Unterstützung öffentlicher Suppenküchen. Der Name Schwarz-gel- bes Kreuz sowie die Idee eines Verkaufs von Produkten, die das Emblem des Schwarz-gel- ben Kreuzes trugen um einen Anreiz für die Spende zu bieten, stammten von A. Sch. Für ihr Engagement in der Wohltätigkeit und in der Kriegsberichterstattung erhielt A. Sch. Auszeichnungen, wie das „Goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapfer- keitsmedaille“ und die „Bronzene Salvatormedaille der Stadt Wien“. A. Sch. war nicht nur medial stark vertreten, sondern engagierte sich auch in zahlreichen Or- ganisationen, wie dem Schriftsteller- und Journalistenverein „Concordia“, bei dem sie eine der ersten weiblichen Mitglieder war, dem P. E. N.-Klub und im „Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien“, wo sie ab 1906 Mitglied der Vereinsleitung war und den Verein auch finanziell förderte. 1929 war sie Gründungsmitglied des „Business and Professional Wo- men’s Club“, eine Wiener Zweigstelle des amerikanischen Vereins der Frauen-Verschweste- rung sowie des „Soroptimist-Club“ in Wien, in deren Vorstand sie dann auch saß. Im März 1938 wurden alle jüdischen MitarbeiterInnen der „Neuen Freien Presse“, für die sie bis dato arbeitete, entlassen, im Jänner 1939 schloss die Zeitung. Am 1. März 1939 wur- de A. Sch. von der Gestapo aufgrund Fotografien über einen Faschingsumzug in Palästina, der laut dem Bericht der Gestapo den Nationalsozialismus verhöhnte, wegen Verdachts der Greuelpropaganda verhaftet. Nach ihrer Freilassung gelang es ihr, im August 1939 über die Schweiz und England nach New York zu flüchten, wo sie 1940 ankam. Dort lebte sie bis zu ihrem Tod in Kontakt mit der „Second Presbyterian Chruch“, einer vor allem aus emigrier- ten ÖsterreicherInnen bestehenden Gemeinde. A. Sch. umrundete mehrmals die Welt, engagierte sich in der Internationalen Frauenbewe- gung und begeisterte sich für damals typisch männliche Tätigkeiten, wie Autofahren, Berg-
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
biografiA.
Subtitle
Lexikon österreichischer Frauen
Volume
3, P – Z
Editor
Ilse Korotin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1238
Category
Lexika
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