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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
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Schindel | S 2887 wurde jedoch freigesprochen. Anschließend leitete sie im Rahmen des Travail Anti-Allemand der Österreicher die „Mädelarbeit“ in Paris. Dabei gaben sich die Widerstandskämpferinnen als Einheimische aus und knüpften Kontakte zu österreichischen Wehrmachtssoldaten, um diese von der Sinnlosigkeit des Krieges zu überzeugen und, wenn möglich, zur Teilnahme am antifaschistischen Widerstand zu bewegen. Im September 1943 kehrt G. Sch im Auftrag der Partei, getarnt als französische Zivilarbeiterin, unter dem Namen Suzanne Soël mit ihrem Lebensgefährten René Hayek (1911–1945) nach Österreich zurück. Ziel des Einsatzes ist die Erkundung der politischen Lage und die Reorganisation der Parteistrukturen. In Linz ist sie zunächst als Küchenhilfe, danach als Dolmetscherin in der Lagerverwaltung beschäftigt. Am 4. April 1944 bringt sie den gemeinsamen Sohn Robert zur Welt. Wenige Monate später wer- den G. Sch. und René Hayek enttarnt. Im Anschluss an die Verhöre bei der Gestapo in Wien wird G. S. ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und später nach Ravensbrück über- stellt. Von der Hinrichtung bedroht, wird sie gemeinsam mit den Widerstandskämpferinnen Toni Lehr und Edith Rosenblüth-Wexberg von Kameradinnen versteckt und gelangt unter falscher Identität mit einem schwedischen Rotkreuztransport am 22. April 1945 aus dem La- ger. Nach einem Aufenthalt in Schweden kehrt sie über Paris nach Wien zurück. René Hayek kam im März 1945 im Konzentrationslager Dachau um. Sohn Robert, heute als Schriftsteller in Wien tätig, überlebte in einem jüdischen Kinderheim in Wien. G. Sch. war bis zu ihrer Pensionierung bei der KPÖ angestellt, zuerst in der Kaderabteilung, dann in der Internationalen Abteilung. Sie war mit dem Spanienkämpfer Georg Nürnber- ger verheiratet und starb 2008 in Wien. Qu.: DÖW, ÖsterreicherInnen für Spaniens Freiheit 1936 –1930 (http://www.doew.at/erin- nern/biographien/spanienarchiv-online/spanienfreiwillige-s/schindel-gertrude),  http://www. schindel.at/fotos_f_familie.htm. L.: Berger 1987, Brauneis 1974, Dokumentationsarchiv 1984, Dokumentationsarchiv 1984a, Dokumentationsarchiv 1985, Filip 2009, Hümbelin 1999 Christine Kanzler Schindel Walburga, auch Schindl; Lyrikerin Geb. Absam bei Hall in Tirol, 16. 2. 1826 Gest. Kremnitz, Ungarn (Kremnica, Slowakei), 30. 4. 1872 Herkunft, Verwandtschaften: „Bogner-Burgele“ genannt, Tochter des „Bognerwirtes“ zu Absam, bei dem viele Tiroler Schriftsteller verkehrten. LebenspartnerInnen, Kinder: Heiratete einen Geometer, mit dem sie zuletzt in Kremnitz lebte. Ausbildungen: Nach dem Tod ihres Vaters kümmerte sich insbesondere ihr Onkel müt- terlicherseits, der Geistliche Sebastian Ruef, um ihre Erziehung und regte sie an, sich mit Literatur zu befassen. Laufbahn: Gefördert von ihrem Onkel begann W. Sch. Gedichte zu verfassen, aber erst durch ihre Bekanntschaft mit Mitgliedern des Wiener Hofes konnte sich ihr Talent entfalten. 1848 hatte sich der kaiserliche Hof infolge großer innenpolitischer Unruhen von Wien nach Innsbruck abgesetzt. Erzherzogin Sophie, die Mutter Franz Josefs, kam auf ihren Spaziergän- gen öfters nach Absam und lernte dort die Bognerwirtin und ihre Tochter kennen und schät- zen. Es entwickelte sich aus dieser Bekanntschaft ein mehrjähriger Briefwechsel zwischen der
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
biografiA.
Subtitle
Lexikon österreichischer Frauen
Volume
3, P – Z
Editor
Ilse Korotin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1238
Category
Lexika
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