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Schirmer | S 2891
nahme der KFO Wien durch die „Katholischen Aktion“ im Herbst 1935 übernahm sie eine
Funktion im neu eingesetzten Vorstand. Sie wurde vom Kardinal als Schriftführerinstellver-
treterin berufen, was als Hinweis auf ihre Loyalität gegenüber der kirchlichen Machtübernah-
me über den bis dahin großteils autonomen Frauenverein gesehen werden kann. Es gibt auch
keine Hinweise darauf, dass sie gegenüber der Frauenpolitik des autoritären Ständestaates
opponiert hätte, wie von anderen Frauen der KFO Wien bekannt ist. Sie schien weder auf dem
Protestmemorandum gegen das Doppelverdienergesetz noch auf dem gegen die Missachtung
der Frauen bei der Besetzung des Staatsrats als Unterzeichnerin auf.
Qu.: WStLa, Diözesan-Archiv Wien, AdR, CS-Parlamentsklub, Kt. 63; Tagblattarchiv
(Personenmappe).
W.: „Helft Gruppen auf dem Land gründen! In: KFO-Arbeit 2“ (1932), „Werbetätigkeit für
die KFO. In: KFO-Arbeit“ 10 (1933)
L.: Hauch 1993, Hauch 1995, Kronthaler 1994, Kronthaler 1995, http://www.onb.ac.at/ari-
adne/vfb/, http://www.parlament.gv.at/, http://www.landtag-noe.at/
Schirmer Christine, geb. Schillhammer, Christl; Angestellte, Bezirks-, Gemeinde- und
Stadträtin
Geb. Wien, 7. 12. 1938
LebenspartnerInnen, Kinder: 1960 Heirat; zwei Söhne.
Ausbildungen: Nach Abschluss einer kaufmännischen und fototechnischen Lehre ging sie
nach London, wo sie zweieinhalb Jahre lang als Au-Pair arbeitete.
Laufbahn: Nach der Rückkehr aus London war sie als kaufmännische Angestellte tätig.
Nach der Geburt ihrer zwei Söhne unterbrach sie kurzfristig ihre Berufstätigkeit. 1964 trat
sie wieder ins Berufsleben ein. Im selben Jahr wurde sie Mitglied der SPÖ, politisch aktiv
wurde sie aber erst einige Jahre später. Als sie mit Mann und beiden Söhnen am Maltscha-
chersee Urlaub machte, gelang es der ebenfalls dort urlaubenden Johanna Dohnal, sie von
der Wichtigkeit politischer Arbeit zu überzeugen. 1973 bis 1979 war C. Sch. in Penzing
SPÖ-Bezirksrätin, 1979 bis 1987 Mitglied des Gemeinderates. Als Gemeinderätin war sie
auch Ombudsfrau für die Krankenpflegeschülerinnen. Beruflich war sie von 1976 bis 1987
Geschäftsführerin des Vereins Wiener Sozialdienste. 1987 wurde sie
– als Nachfolgerin von
Friedericke Seidl – Stadträtin für Konsumentenschutz, Frauenfragen, Recht und Bürger-
dienst. C. Sch. ist die erste Wiener Stadträtin, die explizit für Frauenfragen zuständig war.
1991 bis 1994 war C. Sch. Erste Präsidentin des Wiener Landtages. Sie ist die Begründerin
der Frauenservicestelle im Wiener Rathaus, heute „Frauentelefon“.
L.: Politikerinnen in Wien 2000
Schirnhofer Resa von; Philosophin
Geb. Krems, NÖ, 1855
Gest. Brixen, Italien, 1948
Ausbildungen: Studium in Paris. Phil. Diss. Zürich 1889.
Laufbahn: 1884 lernte R. v. Sch. den Philosophen Friedrich Nietzsche durch Malwida
von Meysenbug in Nizza kennen. Sie unternehmen gemeinsame Ausflüge und Nietzsche
schenkte R. v. Sch. sein Werk „Also sprach Zarathustra“. Im selben Jahr trafen sie erneut
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 3, P – Z
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1238
- Category
- Lexika