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Schläger2892
in Sils-Maria aufeinander, wo sie intime Gespräche über Nietzsches Krankheit und seine
Angst vor dem Wahnsinn führten. Bei dieser Gelegenheit lernte R. v. Sch. auch Elisabeth
Förster-Nietzsche kennen. R. v. Sch. und Nietzsche sollten sich noch mehrmals in Zürich
begegnen, zuletzt besuchte er sie 1900 in Weimar, wo sie lebte.
W.: „Vergleich zwischen den Lehren Schelling’s und Spinoza’s, Inaugural-Dissertation“
(1889)
L.: Wedel 2010, Lohberger 1968
Schläger Antonie (Toni), geb. Lautenschlager, verh. Lautenschläger-Theumer; Sängerin
Geb. Simmering, NÖ (Wien), 4. 5. 1860
Gest. Gstattenhof, NÖ, 28. 8. 1910
A. Sch. wird am 4. Mai 1860 geboren. Die Eltern der Künstlerin, die eigentlich Antonie
Lautenschläger heißt, sind Viktualienhändler in Wien. A. wird gelernte Schriftgießerin,
aber schon frühzeitig macht sich die starke Neigung zum Theater bei ihr bemerkbar. Sie
beginnt als Choristin am Wiener Carltheater. Der dort wirkende Kapellmeister Johann
Brandl entdeckt ihre schöne Stimme und sorgt für ihre Ausbildung, die im Wesentlichen
durch den Wiener Pädagogen Lewinsky stattfindet. 1879 debütiert sie dann als Solistin am
Carltheater in einer Operette. Während der folgenden drei Jahre hat sie an diesem Haus
große Erfolge. Sie wirkt in Uraufführungen von Operetten von Franz von Suppé mit, u. a.
1881 in der Uraufführung von „Der Gascogner“. 1882 wechselt sie an die Wiener Hofoper
und hat hier ein sensationelles Debüt als Valentine in „Die Hugenotten“ von Meyerbeer. Bis
1896 ist sie eine der großen Primadonnen dieses Opernhauses, wo sie vor allem im drama-
tischen Fach glänzt und als Sopran- und Mezzosopransängerin tätig ist. Sie tritt als Alice
in Meyerbeers „Robert der Teufel“, als Leonore in „Fidelio“, als Selika in „L’Africaine“ von
Meyerbeer, als Leonore in „Der Troubadour“ von Verdi, als Aida, als Desdemona in „Othel-
lo“ von Verdi, als Santuzza in „Cavalleria rusticana“ und später vor allem als Wagner-So-
pranistin, sogar als Brünnhilde im Nibelungenring, auf. 1889 gastiert sie an der Londoner
Covent Garden Opera. Gastspiele führen sie auch an die Opernhäuser von Leipzig (1885,
1900), Riga (1892) und Budapest (1890) und an die Hofoper von München. 1896 nimmt
sie Abschied vom Wiener Opernpublikum, das sie sehr geschätzt hat. Sie erscheint jedoch
noch im Konzertsaal. Von ihrer Stimme ist eine einzige Schallplatten-Aufnahme auf G &
T (Wien, 1904) vorhanden. Sie heiratet 1894 den österreichischen Oberleutnant Ritter von
Theumer und lebt dann als Frau von Theumer in Niederösterreich. A. Sch. stirbt am 28. Au-
gust 1910 in Gstattenhof in Niederösterreich.
Rollen in Operetten: Donna Juanita in „Donna Juanita“ von Franz von Suppé (1880), Zanetta
in „Die Carbonari“ von Carl Zeller (1880), „Der Gascogner“ von Franz von Suppé (1881).
L.: Autengruber 1995, Bettelheim 1897–1917, Eisenberg 1893, Eisenberg 1903, Kosch 1933,
Kutsch/Riemens 1987, Lothar/Stern 1900, ÖBL, Wallaschek 1909, Theaterzettel der 4. Auf-
führung von „Die Carbonari“, 20. 11. 1880, „Die Bombe“ Nr. 12, 5. 12. 1880, Premierenkritik
zur Operette „Die Carbonari“. In: Die Presse, 28. 11. 1880, „Die Bombe“, 5. 11. 1882, Titel-
seite, „Die Wirthin vom Gstettenhof – Kammersängerin Toni von Theumer-Schläger“. In:
„Wr. Bilder“, 2. 9. 1903, S. 7/8, WZ, 30. 8. 1910. (Abendausgabe), Österreichische Volks-Zei-
tung, 31. 8. 1910, NFP, 30. 8. 1910. (Abendausgabe), 31. 8. 1910, 1. 9. 1910, „Toni Schläger †“.
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 3, P – Z
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1238
- Category
- Lexika