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Schleicher | S 2895
einem längeren Aufenthalt in Rom 1818 –1820 bei ihren beiden Söhnen. Die zweite Hälf-
te ihres Lebens war geprägt von Aktivitäten für die Kirche. Nach dem Tod ihres Mannes
ging D. Sch. 1829 nach Frankfurt (Main) und lebte im Hause ihres Sohnes Philipp bis zu
ihrem Tod. Ihre schriftstellerische Produktion fällt fast ganz in die Zeit von der Trennung
ihrer ersten Ehe bis zur Konversion zum Katholizismus (1799 –1808). Ihre ersten schrift-
stellerischen Arbeiten sind Rezensionen für die von Schlegel herausgegebene Zeitschrift
„Athenäum“. 1801 erschien ihr Roman „Florentin“, wie alle folgenden Werke anonym
und herausgegeben von Friedrich Schlegel. Während des Pariser Aufenthaltes begann sie,
unter anderem um sich und ihren Mann zu finanzieren, mit Übersetzungen aus dem Fran-
zösischen, die den größeren Teil ihres Werkes ausmachen. Den größten Erfolg hatte sie
mit der Übersetzung des Romans „Corinne“ von Madame de Staël 1807. Aufgrund ihrer
Werke und Briefe wird D. Sch. heute zu den großen literarischen Frauen der Romantik
gezählt. Sie hatte sich von der aufgeklärten jüdischen Salonnière zur sinnlich emanzi-
pierten Frühromantikerin entwickelt und dann weiter zur spätromantisch katholischen
Reaktionärin.
Qu.: Tagblattarchiv (Personenmappe).
W.: „Florentin“ (1801), „Lother und Maller“ (1805), Übersetzung: u.a. „Mme de Staël: Co-
rinne“ (1807)
L.: Frank 1988, ÖBL, ÖNB 2002, Stern 1990, Wikipedia, Hannah Lotte Lund: http://www.
panwitz.net/, http://www.philosophia-online.de/, http://www.zeno.org/
Schleicher Caroline; Musikerin und Komponistin
Geb. Stockach, Württemberg (Deutschland), 17. 12. 1794
Gest. vermutl. Wien, nach 1867
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Franz Joseph Schleicher, Fagottist; Mutter: Josepha
(geb. Strassburger); 12 sowohl ältere als auch jüngere Geschwister.
Freundschaften: Franz Danzi (1763–1826), August Mittag (1795–1868), Franz Xaver Mo-
zart (1791–1844), Johann Ziegler sen. (1794/95–1858).
Ausbildungen: Von einem Schulbesuch C. Sch.s ist nichts bekannt, sie war jedoch nach-
weislich des Lesens und Schreibens mächtig. Den ersten musikalischen Unterricht erhielt
sie mit 5 Jahren von den Eltern (Geige, Klavier), ab dem 9. Lebensjahr zusätzlich Klari-
nettenunterricht vom Vater. Vermutlich ab 1804 ging C. Sch. gemeinsam mit ihrem Vater
und der älteren Schwester als „musikalisches Kleeblatt“ (1 Fagott, 2 Klarinetten) auf Reisen
durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Sie trat zudem sowohl im Klarinetten-,
als auch Geigenduo mit ihrer älteren Schwester auf. 1806–1809 hielt sich die Familie in
Zürich auf, wo zunächst der Vater und die ältere Schwester, später auch C. Sch. selbst bei
den dortigen Musikgesellschaften mitwirkten. Zudem erhielt sie Geigenunterricht bei K. F.
Ochernal (1782–1832). In den folgenden Jahren zog C. Sch. mit ihrem Vater und der jünge-
ren Schwester Sofie durch weitere Städte der Schweiz und Deutschland, wo sich der Vater
1815 als Stadtmusikant in Pforzheim niederließ. Aufgrund dessen schlechten Gesundheits-
zustandes versah C. Sch. seine Aufgaben und ging nach seinem Tod 1819 nach Karlsruhe,
wo sie unterrichtete, an den dortigen Konzerten teilnahm und Kompositionsunterricht bei
F. Danzi sowie Geigenunterricht bei F. E. Fesca (1789–1826) erhielt. 1821 begab sich C.
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 3, P – Z
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1238
- Category
- Lexika