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Schlinger2904
und Journalistin in München. Sie verfasste eine Reihe von Artikeln gegen den aufkeimenden
Nationalsozialismus. Daneben besuchte sie Vorlesungen an der Universität. Im September
1923 trat P. Sch. eine Stelle als Stenotypistin beim „Völkischen Beobachter“ an. Sie führ-
te über ihre Erlebnisse dort – etwa über den misslungenen „Bräuhausputsch“ Hitlers – ein
Tagebuch, bei dem sie anscheinend von vornherein an eine journalistische Verwertung ihrer
Erfahrungen gedacht hatte. Nach Verbot des „Völkischen Beobachters“ nahm sie eine andere
Stelle an und war ein Jahr arbeitslos. 1925 trat sie in Innsbruck eine Stelle als Chefsekretärin
bei der Wagnerschen Universitäts-Buchdruckerei an und lernte Ludwig von Ficker kennen.
Dieser entdeckte ihr literarisches Talent. Die ersten beiden Bücher der Autorin waren ein
Erfolg. Von nun an wandte sie sich immer mehr der mystischen und visionären Dichtung
zu. 1926 wurde die Autorin gekündigt und sie musste Innsbruck aus privaten Gründen ver-
lassen. Sie arbeitete als Arzthelferin in München, später in Garmisch, blieb aber 1927 bis
1954 eine Hauptmitarbeiterin des „Brenner“. 1932 trat sie zum Katholizismus über. 1942
wurde die Autorin verhaftet. Ihre Erfahrungen in der „Gestapointernierung“ sind in einem
Text wiedergegeben. Nach Kriegsende, nachdem sie in Innsbruck und Hall mehrere Jahre
versteckt gelebt hatte, ging sie zurück nach Garmisch-Partenkirchen, um dort wieder als
Arzthelferin zu arbeiten. Ab 1948 lebte P. Sch. mit ihrer pflegebedürftigen Mutter in Tutzing
am Starnberger See. In diesen Jahren arbeitete sie wieder journalistisch, doch ihre Situation
als Schriftstellerin erlebte sie als eine Serie von Misserfolgen.
Qu.: Autobiografie „Gescheitertes Leben – eine Danksagung“. Unveröffentl. Typoskript
(1975), Forschungsinstitut „Brenner-Archiv“, Universität Innsbruck; Gestapo-Internierung.
Bearbeitet und kommentiert von Ursula Schneider. In: INN 30, Mai 1993. Internet: http://
members.gaponline.de/alois.schwarzmueller/ns_zeit_gap_texte/schlier.htm, Tagblattarchiv
(Personenmappe).
W.: „Petras Aufzeichnungen oder Konzept einer Jugend nach dem Diktat der Zeit“ (1926),
„Chorónoz. Ein Buch der Wirklichkeit in Träumen“ (1927), „Legende zur Apokalypse“
(1949), „Das Menschenherz“ (1953), „Morgen ist der Tag des Erwachens“ (1967), „Der En-
gel der Wüste. Roman“ (1974), „Die letzte Weltennacht: Schauungen zur Apokalypse“ (1976)
L.: Foppa 1986, Hall/Renner 1992, Schneider 1994, Wikipedia
Schlinger Katharina (Kathi), geb. Urban; Frauenrechtsaktivistin
Geb. Hernals, NÖ (Wien), 21. 7. 1869
Gest. Wien, 4. 2. 1954
LebenspartnerInnen, Kinder: 1895 Heirat mit Anton Schlinger (1870 –1912), Politiker.
Laufbahn: K. Sch. arbeitete in einer Lokomotivfabrik. Sie war in der Arbeiterbewegung engagiert
und hatte ihren Kollegen und späteren Ehemann Anton Schlinger für die Sozial
demokratische
Partei gewonnen. 1901 fungierte sie als Mitbegründerin des Frauenvereins Libertas (ein Lese-
und Diskutierklub, Nachfolgeorganisation des Arbeiterinnenbildungsvereins).
L.: ÖBL, www.onb.ac.at/ariadne/
Schlobach-Grünwald Ernestine; Modedesignerin und Inhaberin eines Modesalons
Geb. Wien, 5. 4. 1883
Gest. Zürich, Schweiz, 1967
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 3, P – Z
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1238
- Category
- Lexika