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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
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S | Schmida2912 Schmida Susanne; Philosophin, Tänzerin und Tanzpädagogin Geb. Bystritz am Hostein (Bystřice pod Hostýnem, Tschechien), 4. 12. 1894 Gest. Wien, 1. 12. 1981 Herkunft, Verwandtschaften: Die Familie mütterlicherseits war aus besitzendem Bürger- tum mit starken Verbindungen zum Adel. Die Abstammung der Vorfahren ist unbekannt. Der Vater Hugo Schmida war Sohn eines Webekammerzeugers und einer Müllerstochter. Er verlor beide Eltern sehr früh und wurde von einer Gastwirtin in Brünn aufgezogen. Nach Absolvierung der Volksschule kam er zu seinem Onkel nach Wien und lernte Handel. Er wurde später Direktor einer Wiener Niederlassung der Firma Thonet. LebenspartnerInnen, Kinder: 1913: Bekanntschaft mit dem späteren Philosophen und Übersetzer Viktor Brod in den Lehrveranstaltungen Robert Reiningers. 1914: Viktor Brod meldete sich als Einjährig-Freiwilliger im Krieg, geriet in russische Kriegsgefangenschaft und kehrte erst 1920 wieder zurück. 1923: Heirat mit Viktor Brod. Beide gestanden sich außereheliche Beziehungen zu. Arbeits- und Liebesbeziehung zur Tänzerin und Tanz- pädagog in Hilda Hager. Ausbildungen: 5-jährige Volksschulausbildung in Wien, Wechsel zur Bürgerschule, Privat- unterricht, 4-jähriger Gymnasialkurs für Mädchen an den Schwarzwaldschen Schulanstal- ten Wien, Matura als Externe am Mariahilfer Knabengymnasium. 1913: Inskription an der Wiener Universität in den Fächern Philosophie, Geschichte und Altertumskunde. 1919: Dissertation („Die Philosophie der ewigen Wiederkehr“). Laufbahn: Schon in der Kindheit zeigte sich S. Sch.s Interesse für Kunst allgemein und das Dramatische im Speziellen. 1918: theoretischer Zugang zum Drama, zusammengefasst im Buch „Neue Feste. Gedanken zum Drama der Zukunft“, welches mithilfe von Prof. Franz Strunz (Leiter der Wiener Urania) veröffentlicht wurde. Jedoch blieben die von ihr verfass- ten Dramen ohne Erfolg. 1921: S. Sch. begründete den Reiningerkreis. Ab 1926 besuchte S. Sch. die Gymnastik- und Tanzkurse bei Hilda Hager. Ab 1928 Atem- und Yogaübungen; Yoga kannte S. Sch. aller Wahrscheinlichkeit nach aus Büchern. 1934: Gründung einer Gymnastik- und Tanzschule in der Schottengasse 7/II, 1010 Wien (Hilda Hager unterrichtete dort Gymnastik und Tanz, S. Sch. lehrte Atem- und Konzentrationsübungen und hielt philosophische Vorträge). 1937 wurde diese Schule wieder aufgegeben; S. Sch. eröffnete eine Schule in der Rathausstraße 17/5, 1010 Wien. Dort unterrichtete S. Sch. „Kurse für körperliche und geistige Ausbildung“. Lehrziele waren die Gymnastiklehramts- und Bühnenprüfung sowie philosophische Prüfungen. 1942: Zunehmende Probleme mit dem Nationalsozialisten Alois Brunner (einer der wich- tigsten Mitarbeiter Adolf Eichmanns), bedingt durch die jüdische Abstammung Viktor Brods. Flucht Viktor Brods nach Triest. S. Sch. erklärte ihren Gatten für tot.1945: Rückkehr Viktor Brods aus einem Gefangenenlager in Kalabrien. Jänner 1946: Tanzspiel „Tempelgang“ von S. Sch. im Wiener Volkstheater. 17., 14. und 28. April 1946 drei Ecce Homo Vorträge im Wiener Konzerthaus; später Fortsetzung dieser Vortragsreihe in der Rathausstraße. 1947 Tanzaufführung im Großen Konzerthaussaal; gezeigt wurden unter anderem „Der Gaukler“, ein Tanzdrama S. Sch.s, sowie „Der Erlkönig“, ein von ihr gestaltetes Tanzspiel nach Goethe. Am 28. 9. 1949 überreichte S. Sch. bei einem Treffen des Reiningerkreises ihrem Lehrer Ro- bert Reininger anlässlich seines 80. Geburtstages die gemeinsam mit Erich Heintel heraus-
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Volume 3, P – Z
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
biografiA.
Subtitle
Lexikon österreichischer Frauen
Volume
3, P – Z
Editor
Ilse Korotin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1238
Category
Lexika
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