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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
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Page - 428 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2

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428 Alena Janatková Swoboda äußerte sich „Zum deutschen Anteil an der Kunst der Sudetenländer“. Mit Letzteren waren „grob Böhmen und Mähren“ als historische deutsche Gebiete gemeint. Die „künstlerische Eigenart des Sudetengebietes“ wurde durch eine „Einheit der politi- schen Geschichte“ erklärt. Die Thematisierung des Sudetengebietes als „Teilstück und Abhängige eines übergeordneten politischen Gebildes, des Alten Römischen Reiches deut- scher Nation“ bediente deutschnationale Interessen. In diesem Kontext entstand Swobo- das Darstellung über die gewinnbringende „Einordnung in das Reichsgefüge“ von der „empfangenden“ zur „führenden“ Rolle innerhalb der „gesamten Reichskunst“78. Das „Deutschtum“ war zwar weiterhin die übergeordnete Kategorie der Kunstbetrachtung. Das Volkstum vereinte nämlich nach Swobodas Verständnis die Kulturwissenschaften zu einer übergreifenden Wissenschaft von den Nationen. Das Kunstverständnis sollte sich jedoch nicht länger – wie beispielsweise noch bei dem Kunsthistoriker Joseph Neuwirth79 – primär nach den „deutschen Trägern“ richten, nämlich den Künstlern wie Parler80, den Dientzenhofern81, Braun82, Brokoff83 oder dem Bauherrn, der Gemeinde. Vielmehr ging es ihm um eine allgemeine Abhängigkeit von „bodenständigen Wesenszügen“ mit dem Vorteil, selbst bei der Auswahl und Umformung das von „außen her“ Dargebotene aufzu- nehmen. In diesem Kontext stand ein Hinweis auf das tschechische Schrifttum84, der sich auf einen Kompromiss bezog, der die nationalen und sprachlichen Vereinnahmungen von Kunst seitens der Deutschen und der Tschechen außer Kraft setzen sollte85. Der Hinweis Ausgleich (Schriftenreihe der Seliger-Gemeinde, München 1987) 3–26, vgl. auch Marek, Kunstgeschichte (wie Anm. 65) 96. In der zweiten Auflage des „Sudetendeutschtums“ von 1939 zitierte Pirchan (649) triumphierende Worte des dem Nationalsozialismus verhafteten Dichters Erwin Guido Kolbenheyer : „Ein Drang und Traum der Väterwelt Saatweis ist aufgegangen In mir und fruchtet meine Zeit, bis all ihr Erbe ist befreit Und all ihr Sehnen.“ 78 Siehe Swoboda, Anteil (wie Anm. 76) 209f., und „Beiträge“ (wie Anm. 76) 11. 79 Zu ihm siehe Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder 3 : N–SCHY, hg. v. Ferdinand Seibt u.a. (München/Wien 2000) 45f. 80 Peter Parler (um 1332 Schwäbisch Gmünd oder Köln am Rhein–1399 Prag) wurde 1353 von König Karl IV. als Dombaumeister nach Prag berufen, siehe Ulrich Thieme, Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bilden- den Künstler von der Antike bis zur Gegenwart 26 (München 1992) 243–245. 81 Von der Familie Dientzenhofer, einer aus der Umgebung von Aibling in Bayern stammenden Baumeisterfa- milie, haben sich Christoph Dientzenhofer (1655–1722) und sein Sohn Kilian Ignaz D. (1689–1751) in Prag niedergelassen, siehe Thieme, Becker, Lexikon 9 (wie Anm. 80) 239–243. 82 Matthias Bernhard Braun von Braun (1684–1738) wurde von Graf Franz Anton von Sporck 1704 nach Böh- men berufen und war als Bildhauer in Prag und Böhmen tätig, siehe Biographisches Lexikon 1 (wie Anm. 47) 138, und Thieme, Becker, Lexikon 4 (wie Anm. 80) 550f. 83 Ferdinand Maximilian Brokoff (1688–1731) arbeitete als Bildhauer in Prag, Böhmen und Schlesien, siehe Biographisches Lexikon 1 (wie Anm. 47) 149, und Thieme, Becker Lexikon 5 (wie Anm. 80) 52f. 84 Siehe Swoboda, Anteil (wie Anm. 76) 209, und „Beiträge“ (wie Anm. 76) 11. Ebd. wird in Anm. 2 verwie- sen auf : Dějepis výtvarného umění v  Čechách 1–2 [Geschichte der bildenden Kunst in Böhmen 1–2] (Prag 1931, 1935). 85 Sogleich 1918 erklärte der nunmehr als Beamter des tschechoslowakischen Schulministeriums agierende
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Österreichische Historiker
Subtitle
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Volume
2
Author
Karel Hruza
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
678
Keywords
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Category
Biographien
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