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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
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Page - 436 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2

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436 Alena Janatková zu den historischen, sprach- und rechtsgeschichtlichen Untersuchungen der sudetendeut- schen Volksforschung intendiert. Diese Arbeit sollte der Einleitung zufolge „vor allem die übergreifenden geschichtlichen Vorgänge von gesamtdeutscher Bedeutung“ darstellen, nämlich „die deutsche Wiederbesiedlung des deutschen Ostens“ und die „Feststellung der stilgeschichtlichen Bezüge und der kunstlandschaftlichen Zusammenhänge“, die auf einer Karte der „kunstlandschaftlichen Bauströmungen des 13. Jahrhunderts im Sudetenraum“ mit drei kunstlandschaftlichen Einflussbereichen (bayerisch-ostmärkisch, norddeutsch- sächsisch, fränkisch) dokumentiert waren126. Sie zeigten „nächstliegende Herkunfts- und vor allem Durchgangsgebiete von Formen, die mitunter aus ganz anderen Welten stammen“127. Wegen lückenhafter Nachweise ging es letztlich „keineswegs in jedem Fall [um] den konkret-geschichtlichen Wanderungsverlauf und die eindeutige Herkunft der Bauformen, sondern zuvörderst [um] stilistische Zusammenhänge und den beiläufigen und den vermuteten Formengang und es ist ohne weiteres zuzugeben, dass dieser erste Versuch in manchem anfechtbar ist“128, jedoch deckungsgleich mit den Siedlungsschüben der Kolonisationszeit und der Verbreitung der deutschen Stadtrechte sei : Böhmen und Mähren erschienen dabei in deutsche Einflussbereiche aufgelöst. „Die Kirchenbauten des Christoph Dientzenhofer“ im fünften Band präsentierten eine formalstilistisch definierte Bautengruppe, die einige böhmische und fränkische Barockkirchen vereinte und damit die Einflussbereiche im Zusammenhang mit der Kulturbodenforschung thematisierte. Diese Baugruppe stand exemplarisch für das Werk des deutschen Volkstums, das „allgemein im Verlauf der abendländischen Kunstgeschichte die Formen des Südens und des Westens in den späten Phasen der Stilentwicklung […] ins Malerische […] aufgelöst und damit noch ein letztes Mal die in dem Stil erhaltenen Möglichkeiten ausgeschöpft und zu Ende entwi- ckelt“ habe. In dieser Volkstumsspezifik wurde Christoph Dientzenhofer, der als Schöpfer dieser Bautengruppe auftrat, mit Peter Parler gleichgesetzt129. Konkret handelte es sich um eine Entgegnung auf die von Mai bis September 1938 in Prag gezeigte Ausstellung „Prager Barock“ des tschechischen Kunstvereins „Umělecká beseda“, die als ein gewich- tiges politisches Prestigeprojekt der tschechoslowakischen Regierung konzipiert gewesen war und letztlich zur finalen Präsentation jenes Schicksalsjahres wurde130. Die Kohärenz 126 Siehe Erich Bachmann, Sudetenländische Kunsträume im 13. Jahrhundert. Ein Beitrag zur kunstgeschicht- lichen Volksforschung im deutschen Südosten (Beiträge zur Geschichte der Kunst im Sudeten- und Karpa- thenraum 4, Brünn/Prag/Leipzig/Wien 1941) [11] (Einleitung) und 36–97 (Kapitel II. zu den Einflussberei- chen der deutschen Kunstlandschaften). Die Studie wurde 1939 abgeschlossen. 127 Bachmann, Baugruppe (wie Anm. 121) 98. 128 Ebd. 102. 129 Siehe Heinrich Gerhard Franz, Die Kirchenbauten des Christoph Dientzenhofer (Beiträge zur Geschichte der Kunst im Sudeten- und Karpathenraum 5, Brünn/Prag/Leipzig/Wien 1942) 95. 130 Obgleich diese Ausstellung nach Ansicht von Franz, Kirchenbauten (wie Anm. 129) 5f., reich an hervorra-
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Österreichische Historiker
Subtitle
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Volume
2
Author
Karel Hruza
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
678
Keywords
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Category
Biographien
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