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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
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Page - 476 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2

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476 Johannes Holeschofsky 1939 erschienene Rezension von Hantschs Werk in der HZ von Mathilde Uhlirz142. Mit deutlich merkbarer Genugtuung schrieb Uhlirz : „[…] Ziel und Zweck dieser österreichi- schen Geschichte war, den historischen Beweis für das Daseinsrecht eines selbstständigen österreichischen Staates zu erbringen“. Inzwischen aber sei ein „heroisches Bekenntnis zu dem im Herzen des Volkes fest verankerten Gedanken einer Schicksalsgemeinschaft mit dem deutschen Mutterlande“ erfolgt. Zu den einzelnen Argumenten Hantschs meinte Uhlirz ohne detaillierte Auseinandersetzung, man müsse bei der Lektüre des Werkes nur stets dessen eingedenk sein, dass der Autor die junge Generation im „Sinne des politi- schen Programms der Systemzeit“ habe beeinflussen wollen. Nach einer Würdigung der „beträchtlichen Kenntnisse und Fähigkeiten“ des Verfassers schrieb Uhlirz noch, es sei bedauernswert, dass dieser sich weit von „dem Fühlen seines Volkes – er ist Sudetendeut- scher – vor allem aber weit von dem Fühlen der Jugend, die er zur Pflege wahrer Wissen- schaft hätte h eranbilden sollen, entfernt hat“143. VII. Die Habsburgermonarchie – ein potenzieller österreichischer „Commonwealth“ ? In seinem Essay „Die österreichische Staatsidee als Reichsidee“ von 1935 würdigte Hantsch zunächst die Rolle der „Deutschen Österreichs“ bei der historischen Festigung des öster- reichischen Staates im 16., 17. und 18. Jahrhundert. Sie hätten eine Schutz- und Erzie- herrolle für die anderen Völker der „Schicksalsgemeinschaft“ des Donauraumes gespielt und dabei die Rolle eines „Sauerteiges“ übernommen, der den Staat zusammengekittet und gehalten habe. Das Phänomen des Nationalismus aber habe die Donaumonarchie vor neue Herausforderungen gestellt. „Ab 1848 galt es Mannigfaltigkeiten und Vielheiten anzuerkennen und sie innerlich durch eine gemeinsame Zielsetzung, äußerlich aber durch die gemeinsame Krone zusammenzuschließen.“144 Die Reichsidee, vom Alten Reich auf die Habsburgermonarchie übergegangen, sollte dabei helfen, in Verwirklichung einer übernationalen, christlich inspirierten Rechtsordnung den Gedanken des Nationalstaates zu überwinden. Als den hauptsächlichen Hoffnungsträger dieses Gedankens bezeichnete Hantsch den Thronfolger Franz Ferdinand. Sein Programm eines „wiederhergestellten Reiches“ habe den „richtigen, wahrhaft fortschrittlichen Gedanken der Entwicklung von 142 Mathilde Uhlirz, Rezension von : Hantsch, Geschichte (wie Anm. 119), in : HZ 159 (1939) 370–372. Zu Uhlirz siehe Anne-Katrin Kunde, Mathilde Uhlirz (1881–1966). Jenseits der Zunft. Prozesse der Selbst- behauptung in Leben und Wissenschaft, in : Österreichische Historiker (wie Anm. 33) 461–491. 143 Ebd. 144 Hugo Hantsch, Österreichische Staatsidee und die Reichsidee, in : Österreichische Rundschau. Land – Volk – Kultur (1934/35) 6–15.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Österreichische Historiker
Subtitle
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Volume
2
Author
Karel Hruza
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
678
Keywords
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Category
Biographien
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