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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
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Page - 486 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2

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486 Johannes Holeschofsky XIII. 1938–1945 und Ausblick auf die Nachkriegsjahre Seine dezidierte Stellungnahme gegen den Nationalsozialismus brachte Hantsch, der kurz vor dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht noch die Ernennung zum Ordinarius erhielt, sehr bald nach dem Anschluss, bereits am 23. April 1938, die Zwangsentlassung ein. Ende Mai wurden ihm sämtliche Bezüge gestrichen sowie das Ruhegehalt aberkannt194. Gleich darauf wurde er verhaftet und elf Monate lang in verschiedenen Gefängnissen des NS- Regimes, darunter dem KZ Buchenwald, inhaftiert. Der Möglichkeit, eine Professur in New York wahrzunehmen, zog Hantsch nach seiner Freilassung die Tätigkeit als Pfarrer in der Melker Stiftspfarre Ravels- bach in Niederösterreich vor. Dort ver- brachte er die Kriegsjahre, mit den Sorgen seiner kleinen Pfarre und seiner in Böh- men verbliebenen Familie beschäftigt und vom wissenschaftlichen Betrieb weitgehend zurückgezogen. Hantsch sprach später sogar von dieser für ihn „stillen Zeit“ als der „schönsten“ seines Lebens195, allerdings kamen zwei Geschwister im Zuge der Vertreibung der Sudetendeutschen 1945 ums Leben196. Sein wissenschaftliches Nachkriegswerk, seine umfangreiche und für eine neue Histori- kergeneration vielfach prägende Tätigkeit in Forschung und Lehre werfen eine Fülle von Fragen auf, die ausführlich an anderer Stelle zu beantworten sind197. Deshalb seien hier 194 Posch, Nekrolog (wie Anm. 1) 155f. 195 Fellner, Hantsch (wie Anm. 1) 93. 196 Es handelte sich um die Geschwister Anni und Pepi. Vgl. StA Melk, NL HH, K. 7/61, Brief des Bruders Fritz Hantsch an Hugo Hantsch vom 19.10.1949. Hantsch bemühte sich nach Kriegsende intensiv und mit Erfolg um die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft an seinen Bruder, um diesem die Ausreise aus einem tschechoslowakischen Internierungslager zu ermöglichen, ebd. – Die Korrespondenz der Jahre 1938–1945, die sich vorwiegend auf den familiären Austausch beschränkt, zeigt Hantsch als unentbehrliche Anlaufstelle seiner Verwandtschaft, er spendete dem an Magenkrebs erkrankten Vater Trost, der ihm und dem im Kriegsdienst stehenden Bruder Luis gegenüber anderen Geschwistern den Vorzug gab. StA Melk, NL HH, K. 7/61, Briefe des Vaters an Hugo Hantsch 16.06.1941 bis 14.01.1943. 197 Siehe dazu die in Arbeit befindliche Dissertation des Autors. Abb. 31 : Hugo Hantsch 1958
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Österreichische Historiker
Subtitle
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Volume
2
Author
Karel Hruza
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
678
Keywords
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Category
Biographien
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