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578 Stefan Eminger und Ralph Andraschek-Holzer
ein. Es folgt der Hauptteil, in welchem anhand der urkundlichen Belege schwerpunktmä-
ßig Herrschaftsgebiete, Herrschaftsträger und Rechtsverhältnisse bis in die Frühe Neuzeit
hinein untersucht werden (31–276).
Da eine ausführlichere Darlegung der jeweiligen Inhalte den Umfang dieser Skizze zu
Lasten einer analytischen Betrachtung sprengen würde, eine eingehendere Betrachtung
besagter Arbeiten jedoch unumgänglich ist, sei folgender, im Grunde „philologischer“
Weg beschritten : Ausgangspunkt für eine Analyse der beiden Texte bildet ein vom Ver-
fasser eigens erarbeiteter Fragenkatalog, welcher sich an den Hauptaspekten Publikations-
orte, Publikationsformen, Themenwahl und Themenbehandlung orientiert.
Publikationsorte
Zunächst ist festzustellen, ob es sich bei den vorliegenden Publikationsorten um „eta-
blierte“ Orte wie eine Reihe oder eine Zeitschrift handelt. Lechner 1924 stellt einen für
ein landeskundliches Organ thematisch wie formell (kraft wissenschaftlichen Anspruchs)
geeigneten und folglich auch sinnfällig in einem solchen veröffentlichten Aufsatz dar ;
Lechner 1937 wurde hingegen in einem mehrbändigen, sprich als mehrteilige Aufsatz-
sammlung konzipierten Werk veröffentlicht. Ferner ist zu fragen, ob es sich um für einen
bestimmten Ort vorgesehene Arbeiten handelt oder deren Unterbringung aus anderen
nachvollziehbaren Gründen erfolgte. Für Lechner 1924 bzw. 1937 trifft wohl Ersteres zu.
Auch die Frage, ob die Arbeiten aus einem in einer Lehrveranstaltung gehaltenen Referat,
aus einer Hochschulschrift oder aus einem Vortragsmanuskript hervorgingen, ist zu erör-
tern. Lechner 1924 basierte deklariertermaßen (10, Anm. 1) auf einem Referat317 ; ebenso
Lechner 1937318.
Publikationsformen
Die Frage, ob für die Veröffentlichung die Form einer Monografie oder eines Aufsatzes
gewählt wurde, wäre zudem um die Frage der Größendimension der jeweiligen Konzep-
tion zu ergänzen, soll aber hier nur so beantwortet werden : Lechner 1924 ist ein um-
317 Bei der schriftlichen Ausarbeitung handelt es sich übrigens um die am IÖG approbierte Hausarbeit – vgl.
Walter Pongratz, Zur Erinnerung an Karl Lechner, in : Das Waldviertel 34 (1985) 216–224 ; diese Arbeit
trug den Titel „Zur Geschichte der Besiedelung und der Grundbesitzverteilung des niederösterreichischen
Waldviertel“ (vgl. das Prüfungszeugnis vom 07.07.1921 im NÖLA, NL KL, K. I, Mappe 1).
318 Gehalten wurde dieses Referat im Rahmen einer SODFG-Tagung, welche im April 1935 als Exkursion ins
Waldviertel sowie nach Südböhmen führte und deren Beiträge überwiegend in erwähntem Stepan-Sammel-
band aus 1937 veröffentlicht wurden. Michael Fahlbusch, Wissenschaft im Dienst der nationalsozialisti-
schen Politik ? : Die „Volksdeutschen Forschungsgemeinschaften“ von 1931–1945 (Baden-Baden 1999), 291
bzw. Anm. 576. (Für diesen Hinweis danke ich Stefan Eminger, St. Pölten, herzlich.)
Österreichische Historiker
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Österreichische Historiker
- Subtitle
- Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
- Volume
- 2
- Author
- Karel Hruza
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2012
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78764-8
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 678
- Keywords
- Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
- Category
- Biographien