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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
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Page - 620 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2

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620 Helmut Maurer Diesem Schritt, der einem ersten, tief greifenden Einschnitt in Heiligs Lebensweg gleichkam, war im Sommersemester 1929 eine Änderung seiner Fakultätszugehörigkeit vorausgegangen : Am 24. Juni 1929 war er von der Theologischen zur Philosophischen Fakultät übergewechselt. Das war für ihn deswegen nicht allzu schwierig, weil er bislang nicht nur theologische Fächer, sondern auch philosophische, historische und sprachwis- senschaftliche Lehrveranstaltungen besucht hatte23, darunter vor allem – seit dem Winter- semester 1927/28 – bei dem bedeutenden Mittelalterhistoriker Heinrich Finke, der von 1899 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1928 den katholischen Konkordatslehrstuhl für Geschichte an der Universität Freiburg innehatte und seit 1924 das einflussreiche Amt eines Präsidenten der Görresgesellschaft bekleidete24. Am 26. Juli 1929 legte Heilig vor Finke in Geschichte, sodann vor dem ebenfalls einen katholischen Konkordatslehrstuhl innehabenden Professor der Philosophie Martin Honecker25 in „Scholastischer Philoso- phie“ und schließlich vor dem Professor der Orientalistik Josef Schacht26, bei dem er Arabisch und Syrisch studiert hatte, in semitischer Sprachwissenschaft sein Rigorosum ab ; die Wahl des letzteren Faches entsprach seinen schon als Gymnasiast zum Ausdruck kommenden Interesse für alte Sprachen27. Sein die Note „magna cum laude“ tragendes Doktordiplom wurde ihm freilich erst am 18. Januar 1933 ausgefertigt28, nachdem er die Pflichtexemplare seiner bei Finke eingereichten, einem geistesgeschichtlichen Thema des 14. Jahrhunderts gewidmeten Dissertation mit dem Titel : „Kritische Studien zum Schrifttum der beiden Heinriche von Hessen“ abgeliefert hatte29. Korreferent der Arbeit war Finkes gerade erst, auf 1. April 1929 nach Freiburg berufener Nachfolger auf seinem Lehrstuhl, Philipp Funk30. Bereits ein Jahr vor seiner Promotion und im Jahr seiner Pro- 23 Lebenslauf im Sonderdruck der in : Römische Quartalschrift (= RQ) 40 (1932) veröffentlichten Dissertation (vgl. Anm. 29), und Balcar, Heilig (wie Anm. 2) 2, Abschnitt H 2. 24 Zu Finke vgl. Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Mitglieder – Strukturen – Vernetzun- gen, hg. v. Eckhard Wirbelauer, Frank-Rutger Hausmann, Sylvia Paletschek (Freiburger Beiträge zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte NF 1, Freiburg i. Br. 2006) 917f., und dazu den Nachruf aus der Feder seines einstigen Freiburger Assistenten (1924–1928) und damit wohl auch mit Heilig be- kannten Hermann Heimpel, Heinrich Finke. Ein Nachruf, in : HZ 160 (1939) 534–545, Nachdruck in : Hermann Heimpel, Aspekte (Göttingen 1995) 186–197, hier 187 „als anregender, ja anpeitschender, wohl auch gefürchteter Lehrer“ und 196 „wissenschaftlich“ als „ein großer Finder, Anreger, ja Aufreger“ charakterisiert. 25 Zu Honecker siehe Freiburger Philosophische Fakultät (wie Anm. 24) 941. 26 Zu Schacht siehe Freiburger Philosophische Fakultät (wie Anm. 24) 992. 27 Vgl. Heiligs Lebenslauf im Separatdruck der 1932 erschienenen Dissertation und Balcar, Heilig (wie Anm. 2) 2, Abschnitt H 2. 28 Das Diplom im UAF, D 29/49/1441. 29 Konrad Josef Heilig, Kritische Studien zum Schrifttum der beiden Heinriche von Hessen, in : RQ 40 (1932) 105–176. 30 Zu Funk siehe Freiburger Philosophische Fakultät (wie Anm. 24) 922, und dort noch nicht vermerkt Roland
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Österreichische Historiker
Subtitle
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Volume
2
Author
Karel Hruza
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
678
Keywords
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Category
Biographien
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