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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
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Page - 629 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2

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Konrad Josef Heilig (1907–1945) 629 und deutschen Österreich ? Eine geschichtswissenschaftliche Auseinandersetzung“81 wie- sen ihn, den deutschen Staatsanghörigen, als kompromisslosen Kämpfer für Österreichs Unabhängigkeit gegenüber dem nationalsozialistisch gewordenen Deutschland aus. Die ersten Auswirkungen des Nationalsozialismus hatte er bereits während seines Freiburger Aufenthalts im Frühjahr 1933 mit eigenen Augen wahrnehmen können. In dem letztge- nannten Aufsatz sprach er auch die Gründe an, die ihn zu seinem Eintreten für Öster- reich geführt hatten : Er wies als „persönliche Bemerkung gegenüber gewißen Einwän- den“ darauf hin, „daß es dem Schreiber dieser Zeilen gestattet“ sei, zu bemerken, daß er „im urhabsburgischen und später schwarzenbergischen Klettgau geboren [sei], dessen Geburtsort im berühmten Habsburger Urbar um 1300 verschiedentlich vorkommt82, von dessen Ahnen einige sanktblasianische, also vorderösterreichische Dorfvögte waren und im Kampf um die vorderösterreichische Feste Breisach gefallen sind, der in dem seit 1548 vorderösterreichischen Konstanz seine Gymnasialjahre und in dem seit 1368 vorderös- terreichischen Freiburg i. Br., an der zweiten österreichischen Universität, und in Wien seine Universitätsjahre verbrachte“83. Diese auf seine habsburgisch-vorderösterreichische Herkunft abhebende Aussage ist nicht nur im Blick auf Heiligs Motivation für sein Be- kenntnis zu einem eigenständigen Österreich von Interesse ; nicht weniger bemerkenswert sind seine landesgeschichtlichen Kenntnisse, die ihn allerdings nicht zu Studien über die mittelalterliche Geschichte seiner heimatlichen Landschaft am Hochrhein veranlasst ha- ben. Der in diesem „Bekenntnis“ enthaltene Hinweis auf seine familiäre Verankerung im „Land zwischen Schwarzwald und Randen“84 beruhte auf seinen eigenen genealogischen Forschungen zur Herkunft seiner Familie. Die Ergebnisse seiner bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Nachforschungen hatte er 1933 in Wien aus Anlass der Geburt seines ersten Kindes in Form von Ahnen- bzw. Stammtafeln niedergelegt85. Angesichts dieser seiner historisch begründeten persönlichen Affinität zum Hause Habsburg und zu Österreich sah sich Heilig geradezu „zum Aufbau einer österreichischen Geschichtsauffassung“ gezwungen, die auf der „wissenschaftliche(n) Erkenntnis der Exis- tenz einer österreichischen politischen Gemeinschaft von bald 1000 Jahren und ihre(r) besonderen Bedeutung im Rahmen der abendländischen Christenheit in Vergangenheit 81 CS vom 23.08.1936. 82 Das Habsburgische Urbar 1, hg. v. Rudolf Maag (Quellen zur Schweizer Geschichte XIV, Basel 1894) 87. Das „Amt Krenkingen“, zu dem das Habsburger Urbar Erzingen zählt, war vermutlich erst von König Rudolf von Habsburg angekauft worden. 83 CS vom 23.08.1936 „Gesamtdeutsche oder christlich-österreichische Geschichtsauffassung im christlichen und deutschen Österreich“. Vgl. Balcar, Heilig (wie Anm. 2) 1, 17. 84 Zu diesem Landschaftsbegriff vgl. Helmut Maurer, Das Land zwischen Schwarzwald und Randen im frühen und hohen Mittelalter (Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte 16, Freiburg i. Br. 1965) 17f. 85 Bei Balcar, Heilig (wie Anm. 2) 2 Abschnitt H 1.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Österreichische Historiker
Subtitle
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Volume
2
Author
Karel Hruza
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
678
Keywords
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Category
Biographien
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