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Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
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Page - 636 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2

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636 Helmut Maurer Mit Salzburg selbst war Heilig im Übrigen seit Kurzem durch seine Bekanntschaft mit dem Benediktinerpater Virgil Redlich verbunden118. Redlich, der Sohn Oswald Redlichs, hatte sich 1931 an der Theologischen Fakultät Salzburg habilitiert, wirkte seit 1932 als Spiritual des Benediktinerkollegs in Salzburg, gründete dort 1935 ein „Forschungsinstitut für deutsche Geistesgeschichte“ und gab – dem ganz entsprechend – von 1935 bis 1938, bis zu seiner von den politischen Ereignissen erzwungenen Rückkehr in sein Heimatklos- ter Seckau die „Zeitschrift für deutsche Geistesgeschichte“ heraus. In ihren beiden ersten Jahrgängen veröffentlichte Heilig drei Studien, die offensichtlich mit seinen im Auftrag der Wiener Akademie betriebenen bibliotheksgeschichtlichen und kodikologischen For- schungen zusammenhingen119. Als 1937 der von Heilig mitherausgegebene Sammelband über die Salzburger Tagung erschien, zu dem er selbst einen Beitrag über „Reichsidee und österreichische Idee von den Anfängen bis 1806“ beigesteuert hatte120, war für die Nationalsozialisten das Maß voll. Heilig, der bereits 1933 als Mitarbeiter des Traditionsreferates der Vaterländischen Front tätig war121, stand schon seit Längerem in ihrem Visier. Seine Artikel im CS hatten bereits 1936 zu einem Angriff gegen ihn im „Schwarzen Korps“ geführt. Dort wurde er wegen seines im CS erschienenen Aufsatzes über „Einheit und Verschiedenheit im Deutschtum“122 als deutschfeindlich und „international“ sowie als „Brunnenvergifter“ charakterisiert123. In seinem am 21. Januar 1937 an Bundeskanzler Schuschnigg gerichte- ten Brief, dem er ein Exemplar der zweiten Auflage seines „Kruckenkreuzes“ beilegte124, ließ er diesen wissen, dass er im September 1936 seine Hauslehrerstelle auf dem Land aufgegeben habe, um gleich in Wien zur Verfügung stehen zu können – was immer er damit gemeint haben mochte125. Diese Bemerkung war mit dem Hinweis auf seine finanzielle 118 Hierzu und zum folgenden Fellner, Corradini, Geschichtswissenschaft (wie Anm. 3) 337f., und vor allem P. Benno Roth OSB, Univ.-Prof. Dr. phil. P. Virgil Redlich OSB. 1890–1970. Leben und Werk (Seckau 1970) (für den Hinweis auf diese Schrift und die Übermittlung ihres Textes bin ich Herrn Prof. Dr. Heinz Dopsch/Salzburg dankbar). 119 Konrad Josef Heilig, Mittelalterliche Bibliotheksgeschichte als Geistesgeschichte, in : Zs. für deutsche Geistesgeschichte 1 (1935) 12–23 ; ders., Beda in Österreich, ebd 328–330 ; ders., Methodisches zu einem Incipitkatalog, in : Zs. für deutsche Geistesgeschichte 2 (1936) 65–77. 120 Wie Anm. 116. 121 Balcar, Heilig (wie Anm. 2) 2, Abschnitt H1, und Irmgard Bärnthaler, Die Vaterländische Front. (Wien/Frankfurt/M./Zürich 1971) 138f. 122 CS 3, 32 vom 09.08.1936. 123 Ebneth, Wochenschrift (wie Anm. 76) 222 und 226 Anm. 90, sowie Balcar, Heilig (wie Anm. 2) 1, 145 Anm. 1. Vgl. auch Staudinger, „Österreich-Ideologie“ (wie Anm. 87) 212. 124 Balcar, Heilig (wie Anm. 2) 2, Abschnitt H 1. 125 Ebd. 2, Abschnitt H 2, Brief vom 28.06.1936 aus Schwanegg, Steirisches Salzkammergut, an Redlich wegen der Österreichischen Bibliothekskataloge : muss seine Hauslehrerstelle wegen Schulden seines Dienstherrn aufgeben.
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Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Österreichische Historiker
Subtitle
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Volume
2
Author
Karel Hruza
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
678
Keywords
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Category
Biographien
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