Page - 134 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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134 Edition der Briefe
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90 von den irrländisch>en@, basta, bring mir was du wilst. adieu ich küß dich 1000 mal
leb wohl, und komme bald. dei>ne@ getreue Marianna addieu. >S. 4@ P: S: erinnere
Monsieur waiz daß er dir die Coffe mühle giebt, solte er es nicht thun, so kaufe
eine>,@ sie soll hoch und rund seyn. Meine Empfehl>ung@ an alle gute freund>.@
>Beilage S. 1, Zusatz von Christoph Willibald Gluck:@ | Liebster Pircker>,@ ich bitte
sie woll>en@ mir Eine silberne Uhr Von Poi mit bring>en@>,@ welche in diament
gehet, sie wird ohngefehr 8 pfundt kosten, sag>en@ sie ihme Nic>ht@ das sie Vor
mich gehöhrt. Auch bitte ich ihne>n@ umb Eine gutte Princ>b@e>ke@ne Von Ein>em@
andern Meister, Ungefehr Umb 3. und ½ Pfundt, Hernacher 3 oder 4 Dutzendt
feine frauziemmer scheere>n@, ungefehr Ein>en@ schilling Eine, oder 1 ½, so bald
sie werd>en@ ankomm>en@ allhier, werd ich ihne>n@ mit Danck die ausgabe>n@ wie-
derumb Ersetzen>.@ Adieu gluck. |
>Beilage S. 2, Nachschrift:@ fate tutto il vostro possibile di avere delle historie
delle pantomime. so che no>n@ sono parole ma procurate di farvi dare una coppia
del historie >X@ Ma>X@ e musica >X@ per il Signor p>ie@tro onde fate tutto il vostro
possibile.
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2840, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene
Seiten, 1 Beilage (Zusatz von Christoph Willibald Gluck und Nachschrift von
Marianne Pirker, 12 x 13 cm) TintenÀeck auf S. 1/2. Eingeschränkte Lesbarkeit
der Beilage wegen durchdrückender Schrift und Beschädigung durch Tintenfraß.
THEMENKOMMENTAR:
Der vorliegende Brief gibt Einblick in die Gedanken Mariannes rund um die
Aussicht auf ein Engagement in Wien. Sie zweifelt an den vorliegenden Infor-
mationen, weil ihr Wiener Korrespondent Franz von Churfeld ihr nichts dazu
mitgeteilt hat. Dennoch berät sie sich auch mit Pietro Mingotti , sei es um von
seiner Erfahrung zu pro¿tieren, sei es um bei ihm durch das Signal, dass auch
von anderer Seite Interesse an ihr bestehen könnte, ihren Preis hoch zu halten. Ein
weiteres Thema bilden wie üblich die Kommissionen, darunter 7 oder 9 Uhren
für Mingotti aus einer speziellen Legierung sowie weitere Luxusgüter, die sich
mit Pro¿t weiterverkaufen lassen. Ein besonderes Problem stellt für Marianne der
noch beschlagnahmte Koffer dar, weil ihr dadurch die Kleidung für den Alltag und
die Bühne ausgeht.
In der dem Brief beiliegenden eigenhändigen Notiz erweist sich Christoph
Willibald Gluck als Mann mit Sinn für Luxus. Von besonderer Bedeutung
ist Mariannes Nachschrift mit der Bitte um Übersendung eines Exemplars der
Abhandlung von John Weaver („The History of Mimes and Pantomimes“,
London 1728) an Pietro Mingotti . Sie belegt das Interesse an einem Pionier
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur