Page - 156 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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156 Edition der Briefe
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70 hat wegen seinen Sachen die Comission bekommen. Er gienge aber >S. 2@ Nach-
mittags ganz verstohlner nach Kiow, und kamme heüte gegen Mittag wiederum,
was er dort ausgerichtet, daß weis ich noch nicht, oder ob er auch beym Prinzen,
oder bey wem er gewesen. sein Rath Guil>aume@ hat zwar in der Küche gesagt,
er gienge zum Prinzen sich zu beurlauben. Es ist nicht weit davon die Mylady
Brown>,@ vieleicht ist er bey Ihr gewest, er kommt auch sehr selt>en@ zum Conte
Saint Germain, vieleicht geschieht es zu Àeis um die intriguen geheimer zu halten.
Er giebt zu allen vor er gehe nach Paris, und ich glaube es fast, wer weis aber wo
er von dort aus hingehet? dann ich glaube nicht, daß er sich lange dort aufzuhalten
Ursach ¿nden solle. Es kommen zu ihm Leüte sich zu beurlaub>en@, als wann er
schon morgen verreisen wolte. Zu mir selbst hat er gesagt, daß gestern, daß er als
heüte verreisen wolle. Mir ist nur leyd daß Monsieur Nicolai nicht mit in Kiow
gewest, ich will aber schon alles ausspionir>en@. Die Hauptsachen anbetrefend:
so sind ?folgende/ meine elende Hofnungen auf einen Advocat>en@ der mich nun
bereits 4 Wochen bey der Nase herum führet. Dein Weib so dich in der Opera
angekleidet, hat mir eine>n@ grossen Lerm gemacht, daß sie ein Freünd des May
angeredet, wann ich 40 lb verliehr>en@ wolte, so wolle er mir das Billiet ?auswech-
ßeln/>,@ ich habe aber zu so viel mich nicht eingelassen, aber sonst die Partie an-
genohmen Gestern aber kamm Sie, und die verÀuchte Alte rufte mich nicht, und
sie wolte nicht heraufkommen, weil sie 2 andre bey sich hatte, brachte auch die
Antwort, daß dieser ?Herr/ sich informiret, und Gott weis wann der Milord zahlen
würde, also wolte er es nicht thun. Ich habe aber die alte wieder zu ihr geschickt,
daß ein Jahr der termin seye, daß er auch NB welches wahr am Sonntag der
Milord dem Vaneschi gesagt, daß er alle seine Quartal zur Bezahlung sein- sei-
ner ausgegeben>en@ Noten bestimmet und mit nechsten damit anfangen wolle.
welches ich auch glaube, bevoraus wann die Opern wieder anfangen. Dein Schus-
ter hat sich auch melirt Geld aufzutreiben. Das ist nun alles das tröstliche auf was
ich richtigen scilicet Conto kan machen. Caution aufzutreib>en@, ist mir eben, und
noch mehr unmöglicher, dann dieses will gar Niemand thun, und der Kellerhof
hat sich völlig davon abgeschrauft. Es ist auch leichter eine verdamte Seele aus
der Hölle zu retten, als von unsern Sachen was von Hausherrn zu erhalten, und
die Zuruckbleibung des Coffres ist mir als wann ich das jüngste Gericht nennen
hörte. Aber was ist zu thun, wie ich >sic@ kan ich Rath schaffen, wenn mein Todt
darzu was contribuir>en@ könte, so würde ich mich vieleicht__>.@ Ach hättest den
Wechßel geschickt, so wäre der Coffre schon dort, oder wenigstens nicht weit von
Hamburg. Jezt ist kein anders Mittel als solchen über Bremmen zu schicken>,@
>S. 3@ mache dahero eventualit>er@ Anstalt durch einen Freünd, daß er auf die
Ankunft der hier stehenden 2 Bremmer Schiffen vigilant, und bey Ankunft der-
selben den Coffrè alsogleich über Land nach Hamburg abschicke. Es sind nur
12 Meilen. Schicke anbey deine Addresse od>er@ Nahmen an den Freünd in Bremen,
daß er ihn gleich aus¿nden könne, das übrige werde ich hier schon gut bestellen.
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur