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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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169Edition der Briefe 5 10 15 20 25 30 Brief ௘ Nr. 37 Marianne Pirker aus Hamburg an Franz Pirker in London, 1. Oktober 1748 A Monsieur Monsieur Franoois Pirker a Londres at the golden ball in Panton Street near the hewmarket >Franz Pirker:@ | Hamburg No 10 Den 1t>en@ O>cto@bris | hamburg den 1.t>en@ octobre 1748. allerliebster pirker Heute erhalte dein Schreib>en@ von 24:t>en@ passato, obwohln ich auß solchen er- sehen, daß du nicht zu frieden mit mir bist, und deucht dir ich schreibe wenig. Biß dato hate ich in wahrheit nicht immer ursach vieles zu schreiben, überhaubt ist es hart neuigkeit>en@ von denen opern zu schreib>en@, absonderlich da ich mit furcht und zittern in scena gehe und nur allein der crytich unterworf>en@, weil>en@ die andern alle schon ihren credit gemacht. jedoch will ich dich diesfalls conten- tir>en@, die turcotti und Haager kenst du, die pompeati ist so affectirt und ist in mein>en@ ohren weit schlechter als die Holzbauerin, singt in Halß und naßen, ? distonirt/ allein da die welt allezeit das üble erwehlt, so hat dieße auch allen ap- plauss. Der Champigni recomandirt sie überall, sie selbst ist imperdinent und lauft zu alle>n@ leut>en@, ist hofärtig, aber nicht mit mir, /: villeicht weil ich ihr meinen geschmuck gelieh>en@ in dießer ersten opera :/>.@ all incontrario die Masi hat ein sehr herzige stimm, starke pravur>,@ gute intonation, klein aber herzigs personage dތhomo et in somma ist die beste von allen, etliche kenne>n@ es allein biß mann nicht nach und nach alle fehler der andern entdecket, wird dieße wohl ein wenig unterdrukt bleib>en@, der castrat ist sehr schlecht. die intermez sehr schlecht, nun hat ihm der teufel gerathen die pantomin unter der opera zu machen, welche der pompeati abgericht hat, in Hofnung er wird seiner frau ein Bene¿ce mach>en@ laßen, der Impres>ario@ thut es aber nicht, und ist ihr todt feind, die sau ist in 6. Monath schwanger, und hat dem Imp>resario@ nichts davon gesagt, verlaugend es auch noch. um gottes will>en@ sage das von dene>n@ pantominen niemand, ich schäme mich zu todt, es geschieht auß pitte weg>en@ der compagnie wo der ¿oril- lo Maestro ist welche würkl>ich@ heut angekomm>en@, und obwohln das Casotto noch nicht fertig ist, so sorgt er doch daß sie etwa anfang>en@ mögt>en@, weil>en@ wir noch hier sind, mithin >S. 2@ will er wenigstens die neuigkeit benehmen. es haltet sich die turcotti sehr darüber auf, und ich bin auch von Herzen zornig, alleine weilen ich bey ihm bin, so muß ich der Kazen die Kolben laußen, und von der Zeit pro¿tir>en@. Ich hofe du wirst mit beyliegenden wohl zu frieden seyn, welches ich wohl nicht würde zu wegen gebracht hab>en@, wann ich nicht verdraut hätte,
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
Title
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Subtitle
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Volume
1 & 2
Editor
Daniel Brandenburg
Publisher
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
1048
Category
Kunst und Kultur
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