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der Briefe
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145 Hager ein gleiches. Wegen des Affens weis ich nicht wer ihm hier ein solcher
Handel zu seyn zu versteh>en@ gegeb>en@, dann ich habe bishero noch kein>en@
erfrag>en@ \können/, obwohl>en@ ich neülich im Towr expresse auch angefragt,
ich werde mein möglichstes thun, vor allen aber wegen der Pantomi>men@, und
ist kein besserer Weg, als durch dein Einsager beym Rich, zuvor wuste ich es
nicht, und seitdem ich krank habe ich 2 mahl nach ihm geschikt, morg>en@ hat er
versproch>en@ zu kommen. Es wird hart hergeh>en@, od>er@ er wird vieleicht ein
zimliches begeh>en@, wie alle Leüte hier sind. Heüte sind 3 Briefe an Reginelli ein-
gekommen. 1. ist von der Kempt>horn@ von Calais. ein andrer ist im hartes Küstl
von Holz eingeschlossen, in der grösse \und dicke/ trischack Kart>en@ id e>st@ wel-
schen. ich habe gegriffen daß der Dekel zum Auf und Zuschieb>en@ und hat stäl-
zel. Die Wappen ist gräÀich. der dritte ist von ein>em@ einfältig>en@ Welsch>en@.
Er giebt ihm Ill>u@s>t@r>issim@o. Giebe jezt auf alles acht. Es hat sie nemlich der
Bediente von NB Marchetti ins Haus gebracht, weil dieser auf dem Land, wie
auch der Comte Saint Germ>ain@>.@ Die Brieffe waren alle an Marchetti adressirt,
und bey Reginellis Abreise hat er den Realy greülich eingebunden, die Brieffe die
von Readlion Street kommen keinen Menschen zu geben, als ein>em@ gewissen
fremd>en@ lang>en@ Spänisch>en@ Of¿cier der sie abhollen in persona würde. Realy
aber hat alles dieses vergessen, und mir sie zugeschickt. Ich habe zimlich viel von
Kempt>hornischen@ gelesen, allein nichts besonders als von der Reise gefunden.
Ich glaube, es darfens des March>etti@ Leüte selbst nicht wissen, wo ihres Her>rn@
Aufenthalt. Der Of¿cier ist seitdem niemahls gekommen, und ist sterblich in die
Arondel verliebt. O Don Quixote. Regi>nelli@ sagt er würde gewis wenigst>en@ 2
Monath in Paris bleib>en@, vieleicht weil die Prinzen von Wirtte>mberg@ so lang
dort seyn werden, als dann will er über Holland gehet >sic@, sagt aber nicht wohin.
Er weis es selbst nicht recht. Ich habe allzeit vergessen, daß du die Pompeati selbst
weg>en@ der Lambert und Peters Wäsche fragen sollst. Von der Compagnie habe
niemand geseh>en@. Die ganze Welt ist für mich tod, Merciè auch. Si fueris felix
pp Adieu ich küsse dich in der That dopelt hizig zu 1000 mahl habe mich lieb>en@
>sic@, ich bin so lang ich lebe dein getreüester Pirker
>Nachschrift S. 3 links:@ Gott vergelte es was die Madame Rizzan, Nicolai, und
Engel an Uns thun. Monsieur Nicolai hat mich 2 mahl besucht. Man sagt noch
immer daß der Reginelli nichts schriftliches erhalt>en@, Morinson habe ordre alle
Monath das Geld dem Kaufmann zu bringen.
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Beschädigung durch Siegelöffnung.
THEMENKOMMENTAR:
Franz schreibt von seiner angeschlagenen Gesundheit, seinen Be¿ndlichkeiten
und seiner neuen Strategie, unter Hinweis auf seinen erbärmlichen Zustand das
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur