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der Briefe
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30 Brief Nr. 49
Marianne Pirker aus Hamburg an Franz Pirker in London,
11. Oktober 1748
A Monsieur
Monsieur Franoois Pirker a Londres at the golden ball in panton Street.
>Franz Pirker:@ | No 12 Hamburg den 11t>en@ >octo@bris |
hamb>urg@ 11. >otto@bre 1748.
Herz allerliebster papa pirker.
Ich bin so confus daß ich papa statt pirkr geschrib>en@ ich habe dei>nen@ vom 1:
>otto@bre heut erhalt>en@ mithin ist er 11: täg unterwegs geweß>en@. weiß ich alßo
nicht warum du dich über mich zu beklag>en@ hast, wann die schuld an der post
liegt, in dein>em@ vorig>en@ sagst du daß du 2. täge keine Brif von mir gesehen,
und ich habe dir von hier auß nachfolg>en@d geschrib>en@ nemlich d>en@ 5: >set-
tem@bre 13: 17: 24: 27. 1: >otto@bre mit d>em@ wechsel. 4.t>en@ wechsel second, 8:t>en@
und heute welches der achte Brif ist. es wird dich wohl verdriße>n@ daß ich nicht
lange Brif schreibe, allein wann du betrachtest daß ich alle post täge 2: biß 3: in
die welt herum zu schreib>en@ habe, so soltest du mir es nicht übl nehm>en@, der
papa ist auch Àeißig im schreib>en@, und ich muß Àeißig antwort>en@. ich hatte
einen tag ein>en@ sehr lustig>en@ und närrisch>en@ Brif an dich angefang>en@, al-
leine ich habe ein>en@ von dir bekomm>en@, der war mit so viel Creuz und unglük
angefüllt, daß mir aller guter humor vergang>en@, und gezwung>en@ war nur auf
unser interesse zu antwort>en@, glaubst du dann daß ich deine>n@ scherz nicht vor
eine ¿nesse annimm? wann nur solcher von Herzen geht, allein ich kenne dich und
habe jezt nicht wenig unruhe daß die Hur die Schiavona dort ist, alßo von dießen
aug>en@blik an rath ich dir nicht mehr zu ihr zu gehen, dann du weist daß sie eine
canaglie ist, beantworte mir dießes capitel ich bin gar nicht wohl, hab beständig
Kopfwehe, und bitte dich bald zu komme>n@, sonst muß ich andere Hilf suchen.
Den Zorn so ich über den verÀucht>en@ Haußh>errn@ hab, kanst du dir einbild>en@
gehe gleich auß den Hauß, und ehe du fortgehst, thue ihm ein>en@ Schabernak,
solt>en@ es auch nur die fenster einwerf>en@ seyn, aber erst wann du von london
abreisest. wann es dir kein>en@ schad>en@ thut so kanst du kek sag>en@ daß uns der
Impres>ario@ so viel gelt vorgestrekt hat, nimm dich aber in acht, und rechne erst
ab mit d>em@ Haußh>errn@ damit er dir etwa nicht den ganz>en@ Haußzinß verlangt
über alles insolentire die prinz>ess@in nicht mehr, sondern laße das billet in sichern
Händen, oder verseze es leut>en@, welche d>en@ Mylord prav exequir>en@, und reiß
so bald ab ich hofe es wird dich ja mein Brif mit d>em@ wechsel nicht verdros-
sen hab>en@, allein die nothwendigkeit, machte mich dießes schreib>en@, dann ich
habe dir nicht mehrer gelt schick>en@ können NB: ich sagte zwar du soltest den
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur