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der Briefe
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90 Paradis x> der jezt allzeit bey der Ashe war, kam just, als die ganz ganze Com-
pagnie auf die Seiz wartete, die bestunde, in Graf Haßlang, Venet>ianischem@
resident>en@>,@ Tessa /pp\ M>iss@ Fränz, welche ein greüliches Maul gehabt, Baron
Palm, und verschiedenen andern, da hat nun der Capitain Ashe greülich mi>t@
dem Paradis gestuckt. Das Mädl ist aber gleichwohl nicht gekomm>en@ alles
Drohens ungeacht. Der Impressario will keinen Mensch zur Probe lassen. Das
Orchester bestehet in ganz wenig und fast die Helfte Violin, also wäre auch
nichts zu thun vor mich>.@ Die Seiz ist dicker word>en@, und sieht gut genug aus,
allein sie hat eine so feine Sminke, daß ich nicht bald ihres gleicheres geseh>en@.
Sie wird schon Glück salva venia machen. Der Castrat ist ein charmanter Bub
Gaetano Guadagna. etwas dicke Füsse. Die Nardi ist auch vorgester>n@ ange-
kommen. Wegen d>em@ Campioni weis noch kein Mensch was aus ihn werden
wird. Warum machst du mich wegen der Lüge des Venet>ianischen@ Botschafters
aus. habe ich nicht gleich geschrieb>en@, daß ich es für eine Ventianata halte?
Apropos es kommt mir für, als wann du mit den Turcottisch>en@ etwas kaltsinnig
geword>en@? Addio liebe Marianna ich bitte laß allen Grollen auf mich hinweg
fallen. oh Dio ich habe es öfter schreib>en@ woll>en@, du sollst dir indessen ein
sammet Kleid mach>en@ lassen, ich habe aber geglaubt du wirst es ohne dem Thun.
Adio Ich küsse dich 1000 mahl in Gedanken, und bin bis in Tod dein getreüer
Pirker>.@
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Beschädigung durch Siegelöffnung.
THEMENKOMMENTAR:
Der Brief dreht sich im Wesentlichen um die Londoner Schulden der Pirkers und
deren Begleichung. Dabei erfahren wir, dass der Vermieter Realy von Beruf
Schneider war, und dass Franz als Künstler in seiner Zahlungsmoral nur als
bedingt vertrauenswürdig angesehen wurde (daher das Arrestgeld). Letzteres er-
klärt, warum Franz in späteren Schreiben an Marianne so großen Wert auf pünkt-
liche Bezahlung der „Commissionen“ und damit Wahrung seiner Kreditwürdig-
keit legt.
EINZELSTELLENKOMMENTAR:
> Dein mir zwar angenehmstes Schreiben von 8t>en@ huius habe schon vor-
gestern erhalten:@ Brief vom 8. Oktober 1748 (45).
> auf Pantington:@ Nach Paddington.
> Herrn Vodg:@ Nathanael Voogd, niederländischer Kaufmann in London.
> Um dem hundtsf>öttschen@ Hausherrn nicht zu zahl>en@:@ Realy, Ver-
mieter und Gläubiger der Pirkers (Quartiere ).
> daß du ihn in Erdboden verÀuchest, wegen Aufhaltung deiner Sachen
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur