Page - 235 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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235Edition
der Briefe
halb>en@ tag brauche gestern ware die 3.te opera und habe ich noch biß dato alle
tag eine aria repetirt, item der Hager, und sonst niemand, o lieber pirker, die
turcottin ist des teufels daß ich weib agire, alleine sie muß gedult hab>en@, dann
der Ming>otti@ sagt daß er es auß precaution thue, wann sie solte krank werd>en@,
künftige wird auch die pompeati außbleib>en@ dann sie ist in 6. monath schwan-
ger, und will es nicht gestehen, in somma es thut mir nur leyd, daß sie auf
mich und nicht auf d>en@ Imp>resario@ fulminirt dann ich muß mit ihr gedult
hab>en@, weil>en@ sie aller meine sach>en@ und das Kind in Ittalien unter sich
haben. Monsieur Prokes emp¿ehlt sich sein>en@ gut>en@ freund>en@, er wird nächs-
tens selbst schreib>en@, er war einige Zeit auf d>em@ land. lieber pirker, Gott gebe
dir bald deine vorige gesundheit, das übrige laße ich deiner vernunft anheim
gestellt damit unser interesse nicht noth leydet, ich bin zwisch>en@ furcht und
Hofnung dann ich möchte dich gern bey mir hab>en@, und wäre mir leyd wann
du zu spät kämste, oder unterwegs wieder krank würdeste, und unterdeß>en@ die
Zeit versäumste in dortig>en@ orghestre employrt zu werd>en@, nach Coppen-
hag>en@ mögte ich auch nicht gern allein, basta du hast vernunft und wirst dir
selbst zu rath>en@ wißen geht indeß>en@ ein Hamb>urger@ oder Bremer schif weg,
so kanst du es kek noch schik>en@ hierher, wann es mich auch nicht mehr antrift,
thue meine sach>en@ in ei>nen@ Coffre, und schreibe mir welcher es ist, dann ich
muß mir lass>en@ solche nach Coppen>hagen@ komm>en@ laßen, komst du so nimm
ja nicht viel pagage zu land mit dann du must alles extra zahl>en@, in Engell>and@
ei>nen@ sold vor das lb dann mann erlaubt dir nur 20 lb und mit >S. 3@ den \post/
Carren von amsterdam zahlt mann alles nach dem gewicht. Kinftige woche werde
ich der Mylady aw gewiß schreib>en@ dann man alternirt mit de>nen@ opern habe
ich alßo ei>nen@ tag frey, hier ist und deilt mann wie in steuermarkt, aber nichts
Regal, gedult sie werd>en@ doch auch komme>n@. gott gebe mir nur gesundheit,
und frieden, dann ich hoffe daß du auch wirst ein wenig gescheider worden
seyn, indem mir das beständige zanck>en@ und schreyen sehr nachtheilig, hernach
ist es schon genug daß etliche von der compagnie wißen, daß wir immer in
unfried>en@ leb>en@, werd>en@ >a@uch niemals in ruh seyn, biß du deine>n@ schrey-
ent>en@ humeur nicht ablegst, ich bitte dich fange alßo jezt an und nimm dir vor
wie ein mensch zu leb>en@, so wird es dir sehr leicht seyen solches ins Werk zu
sez>en@, wann du bey mir bist, dann nun emp¿nd ich was die ruhe heist, obwohln
ich mich von den gehabt>en@ unglück, armuth, und beständigen verdruß von
Engelland, noch nicht erhohlen, so daß ich mich in die jezige ruhe gar nicht zu
schik>en@ weiß, es vergnügt mich keine gesellschaft, und ist mein armes Herz so
unterdrukt, daß ich alle aug>en@blik eine>n@ Englisch>en@ schuldner vor mir sehe,
welcher bezahlt seyn will, Gott vergelte es de>m@ Mingotti daß er uns geholffen
obwohln ich mich genau behelf>en@ muß, so sind doch die 3. portughesen so
mir geblieb>en@ schon hin vor Briefe, wäsch, wäg>en@ in die Kirche und des
Kerls Kost, ohne sei>nen@ lohn, adieu lieber pirker ich küße dich taußendmal du
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur