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110 andern, als an sein>em@ Mann aus, wenn man will leb>en@ wie sichs gehöret. Ist
einen Fehler vorbeygegang>en@, muß man nicht Däge lang fulminir>en@, die
doch die Sache unmöglich mehr ungescheh>en@ zu mach>en@. Die>ses@ und der-
gleich>en@, haben vielen Unfrieden erreget. Die jezige Ruhe gönne ich dir von
Herzen, und erinnere nur, das nichts dieselbe, die Ehre, das Vergnügen, die
Gesundheit das Singen, und das interesse und estimè mehr zernichte, als all-
zu verträuliche Fre Freündschaft, wie nun nichts schäzbahrers als obgemeldte
punct>en@, so hoffe daß das leztere wie der Deüfel selbst zu Àieh>en@ seye, und
beziehe \mich/ auf mein voriges Schreib>en@. Wann du von mir ohne Brieffen
bist, so ist nichts, als contrair Wind Ursach, denn ich habe sacrosancte alle Post-
däge, seit du >ab@gereiset richtig an dich geschrieb>en@, und kein>en@ einzigen
versaumet. Die Arien werde ich mit den Capitain an Herrn Rezzani schick>en@.
Es gehet künftige Woche weg, und Dag und Nacht addrittura nach Hamburg. Bey
Herrn von Wyth bin ich 2 mahl gewest ohne mit ihm sprech>en@ zu können. Dein
lezters gibt mir völlige Freyheit zu überwintern wo ich will, ich bin dir davor
verbunden, jedoch weiß ich mich >sel@bst noch nicht zu entschliessen, und eine
Antwort von Milord, ein>en@ Brief von Jozzi, und d>en@ Ausgang meiner negotien
mit Wahr>en@ erwartet. Glaube gewis ich feyere nicht, ich trachte weg, wie ein
Vogel aus den Bauer. Ich ¿nde immer mehr das an Waar>en@, wenn man sich
nicht betrügen läst, ein grosses zu pro¿tiren, wo man sonst auf alle andre
Arth verliehr>en@ müste, ja man könte sich schadlos mach>en@, von mein>em@
sejour hier, und der Reise wenn man ein wenig glücklich ist, und auf Waar>en@
ist leichter was aufzutreib>en@, als sonst>en@, ich habe erst jezt in diesen Sach>en@
ein Einsicht bekommen, und was erlernet. NB wenn Masquen dort sind, so
könte ich volti von hier, od>er@ gar von Italien kommen lassen da wäre was zu
pro¿tir>en@, schreibe mir hierüber. Mit der Turcotti excusire dich immer, daß ich
elbst nachkommen und alle comissiones mit bringen werde, weil in deinem
Coffrè kein Plaz mehr war. Nimm dich vor ihr, und andern Neidern in Acht, daß
sie dir bey Hof und sonst nichts mit dem Mingotti aufbring>en@, dieses wäre
dein völliger Ruin, dann Hamburg passirt alles leichter als dieser Hof. Ich habe
mit der Arundel gesproch>en@ sie ist ganz malcontent von Frankreich zuruck-
gekommen, die Kemptorn sind aber im Himmel. Die Kranke gar ist jezt frisch
und gesund, die falsche Schlang hat den Reginelli an einen gewissen Abbate
Fabri, und dieser ihn an die Prinzen von Wirttenberg recomandirt, daß er
vieleicht im Fra>n@z>ösi@sch>en@ Hof gehört und ganz gewis in Wirtt>em@ber-
gische Dienste kommen wird. Dieses hätten sie dir auch thun können. Wegen
den Graf Larwich habe seitdem bessere Nachricht eingezog>en@. Er ist genereus,
du wirst alles dort besser erfahr>en@. Glaube nicht, daß ich alles fahren lassen
um dir nachzureisen, geschieht etwas, so siehst du mich ehend>er@ als du
glaubst. Im übrig>en@ habe ich keine Narrheit>en@ im Kopf, hätte auch nicht
Willen, Sehnsucht, Mittel und Zeit darzu, sondern ich liebe dich von Herz>en@ und
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur