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314 Edition der Briefe
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70 so hin und her gestoßen ––– >S. 2@ wann wir geseegelt hätt>en@, dann wir war>en@
nur an ein>em@ anker, und der 2.te wolte nicht faßen, endlich sind wir mit gottes
hülf angelangt, das wenige was ich von der statt gesehen, ist sehr angenehm,
alleine die niederkunft von der Königin wird uns vieles schaden, dan zu end
januari kommt sie nieder, ein monath vorher retirirt sie sich, und dießes kan
zu einer großen außred dienen keine cammer musik zu halt>en@ weg>en@ den
schreib>en@ des Baron Sollenthal bin ich sehr intrigirt, dann ich kan unmöglich
erfahren, an wem er geschrieb>en@, dan natürlicher weiß an den Hof wird er
selbst nicht geschrieb>en@ haben, gehe alßo gleich zu ihm und erkundige dich, an
wemm er dann geschrieb>en@, sonsten kan ich mich ja bey niemand presentir>en@,
dann die noblesse ist sehr delicat. nun ist der coffre zu Hamburg angekomm>en@,
ich bin sehr intrigirt, dann zu waßer wird er nicht mehr könn>en@ ankomm>en@,
und zu land kostete es mich jedes pfund ei>nen@ halb>en@ englisch>en@ schilling
hießigs gelt 6. sold. Das regal von Monsieur Copp so ich vor die accad>emie@
bekomm>en@ bestehet in einer silbernen coffè Kanne und untersazel, es ist zwar
sehr klein doch wird es ein Duzent ducaten wiegen, von Monsieur Korpser ein
Zahnstürer Büchsel, von der schwester des Monsieur Broks eine magnif>ique@
evantail. von ei>nem@ Kaufmann eine garnitur porcelain, ecco gli miei regali di
hamburgo, dießes habe ich alles dort gelaßen ich habe dir ja geschrieb>en@ daß
mir der jozzi sein silbernes milchtöpfel und 6: löfel geschickt. nun komme ich
auf deine Briefe, lieber pirker quäle mich nicht daß ich alle vernunft verliehr>en@
solte, ich versichere dich daß der Ming>otti@ völlig verändert ist, du schreibst von
ein>em@ menschen, du kanst nicht glaub>en@ was mich der große limmel kostet,
und ist mit nichts zu friden, anzi du weist daß ich ihm zu london 2: ½ ghinee
gegeb>en@, und er will behaubt>en@ daß es nur 1 ½ geweß>en@, en¿n ich habe es
auf mein gewissen genomm>en@ ich wohne neb>en@ der turcotti in ei>nem@
schlecht>en@ Zimmer, allein es ist weg>en@ den speißen, hier ist alles weit theuerer
als in Hamburg, kan ich alßo kein>en@ Kreuzer weg werf>en@, und hofe du wirst
nebst Gott mit meiner auführung zu friden seyn. ich hab ja nicht mehr als 2: opern
gesung>en@, was wilst du dann vor arien wißen. Bey d>em@ obrist Hofmeister kan
ich >mic@h absolute nicht erkundig>en@, wann ich nicht gewiß bin, daß ich an ihm
recomandirt. >H@öre doch einmal mit d>em@ verÀucht>en@ bene¿sse auf, dann es
absolute unmöglich, dann dieses hab>en@ sie hier so zu sag>en@ eingedung>en@,
dann es hat den Hof vor ein>em@ jahr 400: duc>aten@ gekostet, welches hier ein
großes gelt ist, und wird uns allen schad>en@ anzi weil wir 4. weiber sind, so wird
wohl gar keine, oder alle gehört werden, dann es war das vorige mal auch so, ist
also nicht darauf zu gedenk>en@, an den wiener engagement ligt mir gar nichts,
dan ich müste schon die halbe fast>en@ dort seyn, welches unmöglich dann es
gefrür>en@ hier die b>eid@en belte und kan kein mensch passir>en@, über diß könte
ich unmöglich die Kinder vorher sehen, ich zwar erwarte noch antwort, es
vorsteht sich ein ganzes jahr. Die pompeati hat >S. 3@ der lamb>ert@ alle woch>en@
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur