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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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316 Edition der Briefe Niederkunft der Königin wirtschaftliche Einbußen prognostiziert, beruht auf der für die Operisti selbstverständlichen Erkenntnis, dass ihr Gewerbe in hohem Maße von den durch die regierenden Fürsten diktierten Bedingungen abhängig war. Verträge zwischen Künstler und Impresario sahen immer für den Fall unerwarteter Erlasse durch den regierenden Fürsten (z. B. eine verordnete Staatstrauer und/oder Schließung der Theater) eine Klausel vor, die die Bezahlung und ggf. die Entlassung regelte. Inwieweit diese Aussichten Mingotti bereits vor dem Engagement der Truppe bekannt waren, muss offen bleiben. Marianne gibt ferner Auskunft über die Bezahlungsmodalitäten (Regalien) bei privaten Akademien. Auftritte in diesem Rahmen wurden im Gegensatz zu den mit dem Impresa- rio ausgehandelten Bene¿zkonzerten nicht zwingend mit Geld entlohnt, sondern z. B. mit Gegenständen aus Silber. Sie bewahrten insbesondere auf der Reise be¿ndliche Sänger vor umständlichen Geldtransfers und Wechselverlusten, hatten zugleich aber auch einen hohen Material- und Verkaufswert. Der abschließende Hinweis, Franz könne ggf. von Mingotti das Hamburger Engagement übernehmen und damit selbst zum Impresario werden, zeigt, dass die Bedingungen des Impresariats einer durch Wanderensembles bespielten Bühne sich von denen eines stehenden Operntheaters unterschieden. Franz verfügte über keinerlei Risikokapital, das er hätte einbringen können. Er hätte allenfalls die Kräfte verpÀichten können, die dann allerdings in Hamburg von anderer Seite hätten bezahlt werden müssen. Im Gegensatz dazu war es z. B. bei der Verpachtung italienischer Opernbühnen üblich, dass der Impresario entsprechende ¿nanzielle Mittel besaß, mit denen er den Betrieb in Gang bringen konnte, bis dieser sich durch Bareinnahmen von selbst trug. EINZELSTELLENKOMMENTAR: > primo, vi avviso che ho ricevuto le vostre due lettere qui ed a lübek:@ Marianne bezieht sich vermutlich auf die Briefe vom 5., 8. und 12. November 1748 (68, 70, 72), die Franz bereits an sie nach Kopenhagen gerichtet hatte. > io vi scrissi da lübek:@ Brief vom 14. November 1748 (73). > hieri l’altro fu il nostro felice arrivo, la nostra partenza era gli 15: da lübek:@ Die Ankunft in Kopenhagen erfolgte also am 21. November. > haager und Mingotti:@ Christoph Hager , Sänger (Tenor) und Pietro Mingotti , Impresario. > salvirt:@ salviert, retten, in Sicherheit bringen (Grimm, Deutsches Wörterbuch, s.௘ ௘ v. salvieren). > arrivirt:@ Hier: „begegnen“, „geschehen“ (Meyers Großes Konversationslexikon, s.௘ ௘ v. arrivieren). > niederkunft von der Königin:@ Die Königin Louisa von Dänemark war die eigentliche Initiatorin des Gastspiels. > Baron Sollenthal:@ Heinrich Friedrich Baron von Solenthal , dänischer Gesand- ter in London. > sehr intrigirt:@ sehr neugierig.
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
Title
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Subtitle
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Volume
1 & 2
Editor
Daniel Brandenburg
Publisher
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
1048
Category
Kunst und Kultur
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Library
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