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70 Aber mit der Opera gehet es leyder sehr schlecht. Die Noblesse hat sehr wieder
sie: Mittelleüte sind sehr zufried>en@. Allein es ist auch ein Unterscheid zwisch>en@
einer ½ Guinée und 5 Sch>illing@ die Burlington hat zu der Sylvester gesagt: ob
das ein Opera auf ein solches und Königl>iches@ Theater seye? Diese sagte: Sye
hätt>e@ überall in Italien >S. 2@ gefallen. Da sprach jene, man giebt aber nur 6 Sous
\zu sehen/ davor, und nicht eine ½ Guinée. In Zeitungen hab>en@ sie auch eine
Satyre über sie gemacht, aber sie war so abgeschmact und einfältig, als es immer
möglich. In Renelagh mach>en@ sie brackfast, bey dieser schönen Saison scilicet,
und die famose und grosse Signora Frasi singet auch darauf. Arme Musiqs? Vom
Königl>ichen@ Theater in die Gärt>en@, das ist ein gewaltiger Sprung. Es geht
abwärts Herr Pfarherr. Es waren etliche sehr kalte Däge hier, da habe ich im-
mer auf dich gedacht, wie es dir dort gehen werde, und hat mich dopelt gefroren
jezt aber ist wieder Sirocco, daß man fast keines Feüers benöthiget. Vorgestern
kamme unherhoft unverhoft des Comte Saint Germain sein bedienter in mein
Haus, aber di parte della Milady Brown, und lude mich zu einem Concert ein. Sye
und er nemlich Brown war>en@ gar höÀich macht>en@ mich siz>en@. Es war der
Venet>ianische@ R>e@s>i@d>en@t>,@ Portug>iesischer@ Gesandte 3 Milords, 2 Dames,
der Graf Schönborn. Saint Germain spielte wie ein Engel>,@ Montoleoni, und
ich und Cervetto accompagnirt>en@ ihm sonst war niemand von der Musiqs. Sie
fragt>en@ nach dir, lassen ihr Compliment mach>en@, und Saint Germain sagte,
wenn ers vor der Abreise gewust, hätte er dir ein Schreib>en@ mitgegeben, dann
si da de nemici, qui fanno del danno qualche volta alla gente di bene. Das waren
seine Worte so was mystisches in sich zu halt>en@ scheinen. Ich sagte, Es wäre
jezt besser Zeit, denn jemahls ich wollte kommen um es abzuhohlen. Volontieri
ricevrò lei, quando sarò a Casa. Wie es aus, gab er mir einen Guinée. Wenn der-
gleich>en@ Unglücke sich öfter ereignet>en@. Cervetto ist von dem Author, habe
mich auch gar höÀich gegen ihm bedankt. Montoleoni sagte mir, daß der Saint
Germain den 10t>en@ >decem@bris von hier verreisen werde, und 2 Jahr ausbleib>en@.
Cervetto glaubt es aber nicht. Die Arundel /: die sich dir auch empfehlen läst :/ hat
mich gefragt, ob Saint Germain nicht von hier indessen abwesend wäre geweist,
denn sie wolte schwör>en@, sie hätte ihn zu der Paris in der Com°die geseh>en@.
Ich sagte, daß ich es nicht wüste. Bey der Brown habe ich in einen Porcelainen>en@
Spul ¿ngerlange \Indianische/ lebendige ¿schlein gesehen die das charmanteste,
was ich geseh>en@, war>en@. 2 sind das schönste Ponseau. Die schönsten Aug>en@,
wie Vögel, und sehen einen auch so an, sind ganz kirre, und kommen, wenn
man sie ruft. 2 sind wie das schönste Silber ausgenohm>en@ auf den Rücken der
Ponseau, wie auch ihr Maul, und das so wohl gezeichnet, als wenn es ein Mahler
gemahlet hätte. Man bekommt sie auch schon hier zu verkauff>en@ 1 Guinée
einen, und hab>en@ gezichtet, allein die Farb>en@ sind bey den hies jungen nicht
mehr so schöne. Heüte war ich bey der Milady How um die Antwort auf deinen
Brief, allein sie hat mich auf künftig>en@ Postdag bestellet. Die Ashe und er lassen
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur