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70 ich weit von dir bin. Herrn gusmann und abacco meine Empfehlung, erkundige
dich doch sotto metaffora, wie es kommt daß die sängerin>en@ alle erlaubnuß
bekomm>en@ in ander ort>en@ opern zu halt>en@, /: dann wir glaub>en@ sie sind bee-
de außer Dienst :/, aber NB: du vergist auch viele puncten, item schreib mir alle
nahm>en@ von den>en@ sängerinn>en@ so bey der opera zu london sind. Die Eltern
hab>en@ noch nichts von d>em@ wechsel geschrieb>en@ was du weg>en@ den Jozzi
schreibest kan ich nicht capire>n@, du schreibest alles mit der Zeit, ich muß es
aber jezzo wißen so schreib ich hernach mein lebtag nicht mehr an ihm, oder
soll es etwa ein vorwurf von dir seyn, daß du mir villeicht >S. 2@ einen Brief
aufgefang>en@, da ligt mir nichts daran, dann dir ist ohnedem alles bekandt, die-
ßes aber bitte ich mir auß, anzi beschwöhre dich daß du so lieb dir dein leben,
die Rizzischen Briefe nicht auß dene>n@ Händen gibst, dann durch dieße halten
wir ihm in freno dann castraten sind castraten, obwohln er la Madalena pentita
vorstellet, sage nur immer ich habe sie mitgenommen, und laße dich nicht von
ihm einschläfern. ich hab dir ja schon oft gesagt daß die pomp>eati@ des Kopps
Maitresse war, wie kanst du dann woll>en@, daß er mich recomandire, wann er
sonst niemand hier hat um sie zu reccomandir>en@. Ich liege den Impres>ario@
genug in den>en@ ohren wegen deiner erlößung, allein die Bezahlung des Mylords
ist so unsicher sonst>en@ würde er mir alles vorschießen, ich kann es unmöglich
verlangen weil>en@ ich schon meine ganze gage fast habe, und ist noch nicht
die halbe Zeit meines engagement verfallen NB: solte dich etwa gott verlaßen
hab>en@ daß du mir die trompeten Aria nicht mitgeschickt, so laße sie gleich ab-
schreib>en@, und sehe daß sie dir Herr von sollenthal einschließt, dann die post
wäre sonst zu theuer, allein in Hamburg hätte ich mir viele Ehre gemacht, wann
ich solche gehabt hätte, mein Gott, wann wir nur auf ein land gegang>en@ so hast
du mir solche mitgegeb>en@, und diesesmal nicht. meine Empfehlung an alle die
sich meiner erinnern, wie geht es de>n@ Messieurs baroni und Merciè? von Holland
erwartet er erst Briefe, allein ich glaub er wird künftiges Jahr wieder hieher, dann
der graf Ranzau will absolute opern haben gestern hab>en@ sie von wien an die
Masi geschrieben, sie werden erst ihre antwort hör>en@ wollen, hernach werden sie
mir villeicht schreib>en@, und solt>en@ sie mir jezt alles accordir>en@, so werde ich
sie eine gute weile aufhalten, und hernach piantir>en@, dann ein Jahr ist zu lang,
und du weist wie in wien die 2da donne seyn, ich fange kaum wieder ein wenig
an zu leb>en@, und solte gleich wieder unterdruckt seyn, nein ich will mich lieber
an den Hof begraben. Die Scarteken von calender müßen in den schreibkast>en@
sein dort wo die Ricevut>en@ gelegen, ich habe alle meine schrift>en@ außgesucht,
gehe ich kenne deine Finesse. wie heist die opera so sie zu london >S. 3@ machen?
wegen den Hof kanst du deine Meynung selbst nach Hauß schreiben. Die Music
so ich gemacht, habe ich hier über das teutsche lied. basta wann du siehst daß mit
d>em@ milord gar nichts zu thun, so trachte halb wahr>en@ zu bekomm>en@ aber
ohne verlust, und siehe zuvor den Zinß von milord zu bekomm>en@ es sind doch
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur