Page - 346 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
Image of the Page - 346 -
Text of the Page - 346 -
346 Edition der Briefe
Brief Nr. 83
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
10. Dezember 1748
A Madame
Madame Marianne Pirker pres>entement@ à Coppenhagen. Chez lތOpera Italiene.
No 30. 28 vom 10t>en@ >decem@bris >1@748.
London den 18t>en@ \10t>en@/ >decem@bris 1748
Herzallerliebste Marianna
Dein werthestes habe heüte mit grösten Vergnügen erhalten. Es war vom 26t>en@
>novem@bris also gerad 14 Däge unterwegs allein wir haben hier contrair Winds 2
mahl keine Post empfangen, bey gutten Wind müssen die Brieffe viel ehender ein-
lauffen wie dein voriger. So gefällt mirs, wenn du mir articl weis antwortest, auch
die Arien berichtest. Jozzi habe ich auch dahin gebracht, daß er mir recht erbau-
liche Brieffe schreibt. Wegen der andert>en@ Frau habe ich es genug austrompetet
aber anbey observirt, daß die Pompeati eben nicht hier einen so grossen Nahmen
habe, wie wir wohl geglaubt. Deinen Eltern zu schreiben war es heüte schon zu
spät nach Erhaltung deines Brieffes, es solle aber mit nechster Post geschehen,
gleichwie ich dir die Aria Per quel paterno Stückweise, und also mit erster Post
eines davon schicken werde, nachdem ich weiß, daß ihr den Artaserse machet. Ich
Supponire, daß du die vom terradellas verlangest. Ich muß aber auch anbey mel-
den, daß sie ohne 2 Flûte traversen nichts machet, und daß die von Sassone und
Vinci mir besser gefallen. An mir solle es nicht mangeln, du solst sie a tempo ha-
ben. Ich habe vergessen mich zu excusiren, daß ich lezte Post nicht geschrieb>en@,
ich habe zuvor von dir einen Brief erwarten wollen. Man sagt hier, daß der Stadl-
halter >sic@ und Sie hieher kommen sollen nechstes FruhJahr, daß wäre wieder ein
Strich in das Concept von Holland. Deinen Eltern habe ich der Ringe Versezung
wegen schon längstens Meldung gethan, ich habe es auch bey dem Wechßel durch
die Feder des ¿ngirt>en@ Comissarij repetirt. Werde es aber nochmahlen schreiben,
und mich auch sonsten geg>en@ ihnen so reguliren wie du mir meldest. Ich hoffe
du wirst so gescheid seyn gewest und ein Kleyd mach>en@ lassen. Der Mylord wird
schwerlich vor Weyhnacht>en@ was zahl>en@, so sagt mir Vaneschi /: von ihm ein
C>om@pl>i@m>en@t :/ und Lackmann. Zu den Bestellern der Comissionen x> kanst
du ja sagen was du wilst wenn, und wo ich zu dir kommen werde. Es stehet ja
bey dir was du am besten ¿nden wirst, daß du ihnen die Zeit benennest und den
Plaz, ich werde mich alsdann schon einzuricht>en@ wissen. Die Anticipation die-
ses Geldes könte mir hier grosse Dienste thun. Die Stecknadl habe darum gleich
andern Sachen nicht geschikt, weil ich immer gehoffet >S. 2@ sie selbst bringen zu
können. Ich hoffe es solle alles gut gehen in Coppenh>agen@ wie in Hamb>urg@>.@
5
10
15
20
25
30
back to the
book Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2"
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur