Page - 367 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
Image of the Page - 367 -
Text of the Page - 367 -
367Edition
der Briefe
35
40
45
50
55
60
65
70 müssen \sie/ eidlich bezeüg>en@, und alsdenn wird es hereingeschikt. Es hat ihn
der Herr von Zehner zu mir geschikt, und ich konte es des Milords wegen nicht
abschlag>en@, und mein Zuthun kan Monticelli nichts verschlag>en@, denn dieses
ist das wenigste bey der ganz>en@ Sache. Es ist vor aller \Welt/ ein Geheimnis wel-
ches mir Lakmann grausam anrecomandirt und vertrauet, daß es niemand wisse.
Wäre ich bezahlet, wüste ich schon was ich zu thun hätte. Allein nimme dich ja
in Acht für den Klug, sonst würden sie es gleich merken, daß ich aus der Schule
geschwäzet, und der Spas solle uns theüer zu stehen kommen. Quella somma,
che date al vostro Cameriere, non mi pare essorbitante, intendo però, che avrà di
provedersi medemo colli cibari ed il resto, e spero, che vi avrete informato, cosa
sia il costume del paese, e non quel che danno lތItaliani, o Virtuosi. Questo che vi
prego, di lasciarvi dare quanto prima che sarà possibile un recipisse da sua propria
mano, quanto abbia ricevuto da Voi, ed informatemi del tutto, quanto abbia an-
cora dތavere? Mandatemi questa cedula proporzionata per non aggravare le spese
dalla posta nella vostra prima Lettera perché potrei averla di bisogno. Qui come
sapete si fa pagare il marito per la moglie. Vi raccomando questo capitolo. Non
dite a lui la raggione, ma preparate la carta ¿na e piccola, come si fosse accidental-
mente, e fatelo scrivere senza dirli perché? Was du mir im vorigen Brief
geschrieben, ach \wie/ liebst du mich, weil ich weit von dir bin. betrügest du dich,
dann so du in der Nähe mich nicht öfters aufgebracht hättest, so würde es das
nemliche seyn. Aber an den hizig>en@ temperament an dem du krank liegest, bin
ich es auch. Die Rizzischen Brieffe werde ich niemahl>en@ aus meinen Händen
geben. Baroni >S. 3@ spielet in der Opera, und ich bekomme ihn sehr selt>en@ zu
seh>en@, weil ich nicht unter diese Leüte gehe, und mit dem de all>en@ hab>en@ die
canalieuse>n@ P Spizbuben /: id est die von dieser nation :/ hier ausgesprengt
Jozzi seye mit dir. Merciè habe ich schon über 2 Monath nicht geseh>en@, wo
er nichts zu hoffen, da gehet er nicht hin. Er ist auch niemahls zu Haus. Wegen
dem was du von Wien schreibest, daß wenn sie dir alles accordirt>en@, daß du
sie gleichwohl piantir>en@ woltest, scheinet mir in der ersten Hiz geschrieb>en@
zu seyn, allein wenn sie der andern auch so viel den>n@ dir offerir>en@, so hättest
du raison. Vergesse nicht, was du mir wegen den 2 Woch>en@ geschrieb>en@,
daß du mich nicht wollest stecken lassen, denn ich kan mich auf den Milord
nicht verlassen. Kan ich bis Neü Jahr meinen \unsre/ Schuldner nicht in etwas
contentiren, so wirds mir übel gehen. Wegen des Interesse habe ich schon längst
darauf gedacht, und werde mein möglichstes thun. Du sagst du wollest mich ein
halb Jahr wart>en@ lassen, und ich will es die erste Viertel Stund gleich haben,
bevor aus wenn ich mich so spare, das wird \sich/ nicht so thun lassen, wie
du schreibst. Die Opern gehen gut Samstag war ein sehr gutes Haus, heüte
glaube ich nicht zum besten. Der Pr>inz@ ist 3 mahl darin gewest. Mit meinen
Quartier bin ich recht wohl zufrieden, mein alte ist wie m>eine@ Mutter, ich
wie ein Einsiedler, ausgenohmen, daß mancher wird mehr Geld hab>en@, und
back to the
book Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2"
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur