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110 ja, ja pp>.@ In der That habe ich ihr schon treÀich gute Rathschläge gegeben, wie
du hernach hören wirst. Ich komme aber selten zu ihr, und frage allzeit, ob Leüte
bey ihr, damit man mich nicht bey ihr sehe. Sie gasconirt grausam, in specie ihre
Armuth zu bedecken, a me, der ich in dieser Krankheit pp Ihre Kinder sind \schön/
wie Engel \sag>en@ sie/. Sie giebt sich überall für verheirathet mit einen grossen
Herrn aus. Das gröste Kind ist 9 Jahr alt, kan weder lesen noch nichts, sie hat sie
in Padua. Allein schöne sind sie, das ist ihre consolation. Unterdessen hat sie die
Menge Höffe abgebrennet. >S. 3@ Sie lüget aber verdeüfelt in puncto der regalien.
Sie läst sich dir schönstens empfehl>en@ und glück winsch>en@ zu dein>en@ Pro-
gressen, in specie das was ich ihr von der Königin gesagt. Von unsern Kindern
hat sie mir die Menge erfreüliches erzehlet, in specie daß sie bevor die grosse das
welsche nicht vergessen, auch gut Französisch red>en@, groß word>en@, die grosse
spiele und singe gut, allein schön sind sie nicht \wie ihre/, aber wohl gratios. Die
kleine will der grossen zu troz spielen, und wenn sie nicht recht fortkommet, so
aergert sie sich. Das seye lächerlich. Sie rühmet auch die HöÀigkeit>en@ von un-
sern Eltern, so sie empfang>en@, aber man merket daß ihr dergleich>en@ Dinge hart
ankommen. Dort wo sie weis, daß wir andre relationes hab>en@ können, nimmt sie
sich in acht. Den Psalm sollst du bekommen, denn ich habe das Buch selbst noch
im Haus. Dem Kirchhoff habe heüte durch den Courier Caironi, der sich dir emp-
fehl>en@ läst, geschrieb>en@, und befohl>en@, er solle den Borosini exequiren, nicht
als wenn er frische Ordre erhalt>en@, sondern vermög seiner habend>en@ Comissi-
on, und weil d>er@ termin expirirt. Von allen andern solle er keine Notiz nemmen.
Dieses wird vieleicht den Contr act noch mehr poussir>en@. Die Giacomazzi sagt
sie hätte von Selliers 600 Duc>a@t>en@ gehabt, wie die Aschieri, aber der Deüfel
glaube ihr allezeit. Der Deüfel führet den Holderness als Englisch>en@ Gesandten
nach Den Haag. Vaneschi thut groß, meublirt sich wohl, kauft Papageyen pp. Graf
Haßlang hat neülich der Frasi, Seiz ein Soupè gegeb>en@ am heil>igen@ Abend,
und der Castrat hat gesungen in der Kirch>en@. Herr Palma der Spizbub hat meiner
vergessen, aber so bald ich ihm zu seh>en@ bekomme. Der Secretaire hat ihn darauf
erinneret. Ich werde es bey den graff>en@ selb>st pr@esentiren. Die Buf¿, nemlich
die 3, so ich leztens geschrieb>en@, waren seit de>m wie@der beym Prinz>en@, und
bey der Milady Midlesex, und Baroni hat selben Abend sein>X@et mit all>en@ 2 Vi-
olins in der Gutsche gelassen, und bishero hält man sie für ver>lohre@n. Die gröste
Neüigkeit ist, daß unter der Buffo compagnie id est Vaneschi, Joli, Lakmann, con-
tra Crossa eine greüliche confusion, und heüte war keine Opera. Sie gaben zwar
vor, es wäre jemand krank, aber es ist publiqs, und Campioni ist disgousiret und
piquiret mit ihn>en@ und will \davon pro¿tiren, und/ in kleinen theater contra Ope-
ra mach>en@. Giaccomazzi 1ma Donna, 2da Frasi. 1 uomo Galli, ein Englisch>er@
Tenor, und lezt>en@ Part. Ich war eb>en@ dort>en@ als sie kammen, und die Propo-
sition macht>en@, mir war es gar nicht lieb, denn sie hab>en@ uns auch überfall>en@
und haben geglaubt verstohlen zu kommen. Die Giacomazzi hat mich Um Gottes
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur