Page - 398 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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398 Edition der Briefe
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70 nichts wäre, so hätte ich es ihrenthalben nicht gewaget in dieser üblen Nachbahr-
schaft mich einzu¿nden. 2do Nach habe ich immer einen Gedanken gehabt beym
Prinzen anzuhalten, daß ich so wie Pasquali gethan, bey seiner Musiqs spielen
könne, welches ich durch die Milady anbringen zu lassen, wegen 1000 andern
darzwisch>en@ gekommenen Umständen keine Gelegenheit gefunden bis ungefähr
vor 8 Dägen, und ich erwarte die Antwort künftige Woche, dieses wäre mir dem-
nach gelegen gewesen, und überhaupt bekommt mich der Prinz immer zu sehen
und die Prinzessin. Ich habe auch der Milady hier aufgezäßt, und der Mylord kan
mir auch nicht entwisch>en@, wenn ich par force mit Ihm sprechen will. 3o Ist es
weit wohlfeiler als im vorigen. 4o Habe ich den Barbierer + der mir auch halbsoviel
nicht kostet als der hundsfüt>tische@ Piaccenza. + so zu sagen im Haus, den kan
ich nur klopfen an das Fenster so kommt er wann ich es will. 5o. Nähet man mir
einen Strumpf, man bedienet mich sehr wohl. Ich erspare die Menge, und wenn es
übel Wetter, od>er@ einen Postdag habe, so macht sie mir etwas weniges zu essen,
und ich bin sicher daß sie mich nicht betrüget. Im vorigen Haus hab>en@ sie mir
nicht gern ein Deller gelieh>en@, und ich habe den Tessarini, der sie verwöhnet,
alle augenblick auf zum Vorruck gehabt, und die Madame Lambert hat sich mit
Ihnen verstanden, daß sie mir nichts in der Welt gethan, damit ich sie parforce
behalt>en@ solle, allein zu meinem Glück ist sie gefallen, unterdessen bin ich aus-
gezog>en@ ohne ihr ein Wort zu sagen wohin, meine Alte wolte sie absolutè nicht
im Haus hab>en@, denn sie hat es schon von Borosini und Mikora gehört, was sie
seye, und die Lambert hatte auch keinen Lust her, und so bin ich ihrer endlich loß
word>en@, daß ich nach und nach 1, und vorn Feyerdägen 2 Guinées gegeben, daß
ich miraculoser Weise also dem arrest entgang>en@ nicht zwar von ihr, ich weiß
aber >S. 3@ nicht, ob sie nicht von der Gelegenheit pro¿tiret hätte, denn sie hat
schon wunderlich gesprochen, und sie ist ganz gewis aufgehezet word>en@, daß
habe ich aus ihr>en@ Reden gemerket. 6to haben mir alle Sach>en@, und in specie der
Boureau wohl gefall>en@, den ich auch nicht im vorig>en@ Haus gehabt, und in die
Menge Quartiers so ich gesehen, habe ich keine solche comoditet gefunden, weil
ich recht alles im compendio habe, und destweg>en@ hat es Borosini also gelobt.
Sie hat mich anfänglich nicht einmahl annehm>en@ woll>en@, und nicht getrauet.
7.mo Sind alle Adressen von der Post allenthalb>en@ wo ich correspondenz habe
hieher gemacht, die Postmänner kennen mich, die Miladies Brown, How, Midle-
sex, Saint Germain, dänisch>en@ Gesandt>en@ u al Leüte und alle meine bekante
wissen mich hier zu ¿nden, und mit allem dem wäre ich neülich des Briefes wegen
ausgezog>en@, wenn ich sie hätte bezahlen können, und alles dieses schreibe ich
dir nur vom vergangenen daß du keinen Argwohn haben sollest del passato. Per il
futuro, hebt sich alles von sich selbst auf, denn der Prinz hat alle diesen haüser ge-
kauft, und will sie einreissen lassen \mit aechsten/ um vor den Carleton Haus einen
Plaz zum Carossen zu haben. Jezt erwarte ich nur Geld /: Ach das sind lange 14
Däge, Kohl>en@>,@ Lichter, Essen, Haarpoudre, Wäsche>,@ Kleinigkeit>en@ pp und
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur