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70 gegangen, weil selbe natürlicher Weis durch Vaneschi, Jolli, Paradies angestif-
tet nicht unter der Giacomazzi stehen woll>en@, auch 10 lb per sera begehrt>,@
leztere hat sich nicht wenig darüber geärgert. Die Gart>en@ Sängerin macht
sich groß. Wegen den Jozzi hat Campioni \NB./ + NB: Campioni hat gehört bey
der Giacomazzi, daß Jozzi ehestens her kommen solle, sie hat es von Cavaliers
so von Paris gekomm>en@ und sie hat ihn vorgeschlagen, damit opera werde. +
schlecht>en@ Lust, weil er im theater sich gar nicht rühret, und eine todte Statue
scheinet, und der hundsf>öttische@ Kerl, so mit der Giacomazzi ist, hat auch ge-
sagt, daß er ihn fast im Zimer nicht singen gehört. Unterdessen habe ich seine
Ehre allzeit salviret nicht durch wiedersprechen diesen Leüt>en@, sonder wenn es
ihm nicht anständig, weiß kein Mensch, daß er einmahl im Vorschlag gewesen,
und Campioni ist glaubt heilig, daß der Musico von Holland herüber komm>en@
solle, den er wie die Juden den Messias erwartet. Wegen deinen Kleyd hast
du dich gar nicht wohl expliciret. Die Kinsack hat mich an die vornehmste
Englische Schneiderin addressiret, und der titta glaubt, daß es anstatt frisirt, gres-
pato, heissen solle, und so kommt mirs auch vor. Deine Cutturier versteht es auch
nicht recht, wie es zugehen solle, daß man es in einen Brief schliessen könne,
wohl aber \ver/meinen beede eine Pupen zu kleiden. Gestern war eine Dame im
Concert die hat ein solch Kleid, das du Manteau nennest, hier heissen sie es aber
un abit droussè, welche angehabt. Es war fast so frisirt, wie deine Säcke, so im
Coffrè, ausser der Leib nicht, und wann ich morgen ausgehen kan der Bely hal-
ber, so werde ich zu ihr gehen, und nach ihrer Schneiderin, es ist gewis so, wie du
vermeinest. Deine Worte sind so: Daß du dir auf ein Stükl Leinwand ein wenig
Atlas frisirn läst, wie man die Manteau in Engelland trägt denn ich kann es hier
keinem Mensch>en@ zu versteh>en@ geben. Erkundige dich recht, und schreib
mir ausfürlich alles, und ob der Leib frisirt ist, oder nicht. Ich habe mir alle erdenk-
liche Mühe gegeben, um Ihnen alles wohl zu expliciren, Allein beede Französinen
verstehen es nicht, es müssen mir die Engeländerin>nen@ daraus helfen. Eine glaubt
man ziehe Fäden durch den Zeüg, daß er grespirt wird, die andere glaubt wirklich
so ausgehaktes Zeüg darauf zu frisir>en@, wie auf die Andriens. Bey der gestrigen
Dame, so eine Scholarin von Palma, werde ich in Claris kommen. Den Psalm wirst
du auch bekommen, aber eben nicht gleich, aber er solle durch doch zur Fast>en@
noch recht kommen. Die Buffa Opera wäre bey einem Haar zu Grunde gegangen,
und der Milord hat dem Impressario lezten Samstag 200 lb zahlen müssen, sonst
hätte er keine Opera gespielet, es war ein schlechtes >S. 3@ Haus, weil dags zuvor
nichts in Zeittung>en@, das Opera, sonst sondern es wurde erst den eignen Dag
angeschlag>en@. Heüte ist wieder Opera. \nemlich/ die erste \titulirt/ Comedia in
Comedia so diese lezte 2 mahl \gehalt>en@ worden/ denn die ¿nta fraschetana ist
den erst>en@ Abend parterre gegangen, und nur 1 mahl gemacht worden. Unter-
dessen hat sich der Milord declarir>en@ müssen publicè. Der Accord ist so, er solle
ihm alle Monath 300 lb geb>en@, oder alle Abend 50. Er hat ihm 1000 Duc>a@t>en@
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur