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420 Edition der Briefe
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70 verlangt, die Bezahlung aber muß in besserer form als jezt eingerichtet werd>en@,
denn der Cavalier hat nichts wieder das Geld, sondern nur wieder die Arth es zu
bestellen. Über ein Pinchbekene Uhr ist ein chagrenes Kaiß nöthig, und gebräulich
>sic@, welches 15 Schil>ling@ mehr kostet, und das Uhfe Zieferblat weiße Schmelz-
arbeit. Ich warte seine Intention, so solle er bedienet werd>en@ in tempore und ich
habe Poj disponirt, daß er die silberne nicht obligirt zu behalten wenn er nicht will.
>S. 2@ Wegen der Tombagenen Uhr von der dicken wurde er vollends Toll, und sagte
mir seitwenn er dieser Leuten ihr Comissioner word>en@, es wundere ihn, daß sie
nicht auch gar Juwellen von ihm verlang>en@. Mit einem Wort, er sagt er wisse
kein nichts hievon. Erinnerst du dich, daß ich dir gleich anfangs nach Hamburg
geschrieb>en@, daß ich von tarvis eine sehr üble relation gehöret. Ich habe mich
noch darzu bemühen müssen ein rares Buch vor ihm auszusuch>en@. Wenn wirst
du einmahl aufhören der gute Narr für andre Leüte zu seyn? du siehst, was andre
für Uns thun. Daß ich deinen Brief verwirrt genennt, must du nicht übl nemmen,
denn es ist so, und ich glaube, daß dir dein künftiges engagement viele Grillen
machet, allein man muß aus so hingeschmiert>en@ Briefen das meiste errath>en@,
und ich bilde mir ein, daß du daß \in einem/ Zimmer voller Leüte geschrieb>en@
hast. Es war auch kein Datu>m@, und wenn man so lang keinen Brief erhält, so
ist man begierig, ein und anders ausfürlich zu vernemmen. Aus der Verkauffung
der Tabatier habe ich errathen, daß der Coffrè angekommen>.@ Beedes ist mir
sehr angenehm, gleichwie mir entgegen sehr leid ist daß du wegen der Spizen,
Gramaire, und Betbuch mißvergnügt bist. Das erstere zwar reüet mich gar
nicht, denn sie sind so schwarz, heßlich, und abgetrag>en@, daß du den neüen
Contuch damit verschändet hättest. auf einen alten Kleid passirt>en@ sie noch, und
mit den blauen quästeln, aber auf ein neües wären sie unerträglich. Die Gramaire
und Bettbuch habe ich in der That vergessen, die erstere nicht zwar gänzlich,
sondern ich dachte, daß du sie nicht mehr nöthig und nicht einmahl ansehen
würdest, od>er@ wenigst>en@ in Hamburg eine anschaffen. Des Bettbuch wegens
weis ich keine excuse, als ich armer Narr dazumahl halb tod war, und mehr gethan
als in meinen Kräften war, durch Veranstaltung andrer Sach>en@, und Bestellung
auf das Schif, welches du nicht mehr glauben wirst, was es für Schererey ge-
geben, und die Zeit war kurz wegen \nach/ Erhaltung des Wechßels. Du darfst
dich nicht sorgen, daß mir ein Hauffen Sach>en@ seyen gestohlen word>en@,
denn so bald du fort habe ich alles eingesperet, wie vor denen Gaudieb>en@, und
mich wohl in obacht genohmen. Wegen des Eventail habe ich der Ankunft des
Monsieur Jozzi noch nicht nachsehen können. Daß du das regal von Hof nicht
erhalten ist mir leid, doch nicht wegen meiner sonder pur allein der Schuldner
weg>en@ hier, die nicht mehr wart>en@ wollen. Ich kan dir von der Bezahlung von
Milord keine einzige Hofnung mach>en@, und ich kan unter das Geheimnis nicht
kommen, ob er das leztgemeldte Geld erhalten oder nicht? indessen habe ich noch
keinen Sold empfangen, und wenn du mich bis Ostern wilst erlöset hab>en@, so
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur