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110 must in der That gedenken, ob von dort aus keine recomendation auszuwirken,
daß der Dänische Gesandte hier für dich solicitiren Comission bekomme.
Raf¿nire diesen meinen Gedanken ein wenig. Ich werde hier thun was meine
Möglichkeit. Ich wolte dich nimer um Geld plag>en@, und es geschiehet so nicht
für mich, sondern für die Schulden, und wenn ich nichts \davon/ schreibe, so
geschiehet es nicht weil alles gut gehet, sondern um dich nicht zu quälen. Ich
lebe hier mehr miraculoser als der heil>ige@ Antonio von Padua, wenn du es recht
bedenken wilst. Versprech>en@ >S. 3@ sind zwar noch gut, und Vaneschi seine
equivoqs mach>en@ mir zwar zimliche Hofnung, aber gebrantes Kind pp>.@ Nun
komme ich auf deine 3 zweifels Punct>en@, Dennermark verwerffe ich schlechter-
dings aus vielen Ursachen, denn a marzo dispetto ist gar eine schlechte Ursach,
2dò schreibst du selbst daß alles verdorb>en@, und in effectu wird es unter sol-
chen Kerls so seyn. Mich wundert daß der Hof einen so Atheistisch>en@ Bößwicht
wie Tarbis ist, Gehöre giebt, ed in verità compiango da cuore il Signor Mingotti,
3tio siehet es in Norden gefärlich aus wegen eines vor der Thür stehend>en@ Krieges.
4tò Must du sehen wied>er@ unter die gangbahre Welt zu kommen, nebst viel>en@
andern Ursachen mehr. Wegen Holland schreibest du Inverno. Wer weis was Lapis
für einen vieleicht gar gegenwärtig>en@ verstehet, und das beste wäre, wenn Signor
Pietro selbst, od>er@ ich bey meiner Durchreise könte augenscheinliche Nach-
richt einhohl>en@. Signor Jozzi sagt sehr wohl es seye auf den Lapis nicht viel zu
trauen, und es bekräftig>en@ dägliche Exempl, daß man sich fast für jedermann
hüten solle. Gewis ist es daß es eine gute impresa wäre, und wenigst weit bes-
ser als Dänzig, denn es sind sehr viel Fremde in Haag zu allen Zeit>en@, und
Of¿ciers, auch fängt die Ruhe zimlich wieder an hergestellet zu werden. Das beste
ist Stutgart NB wenn denn und wann Erlaubnis anderwerts zu singen zu erhalten.
Ich habe auch an Papa, von dem ich Gestern Brief bekommen>,@ dessentwegen
geschrieben. Wenn nur das Memorial /: von dem ich zuvor nichts gewust :/ nicht
etwa gar zu submiss eingerichtet. Daß Was Monsieur Jozzi von Brüssel proponirt
ist gar nicht zu verwerffen. Es ist freilich der Friede noch nicht gar zu richtig
allein bis dorthin wird sichs schon zeigen. Du must dem Peter den Plaz nicht
ehender nennen, ausser er hat dich und Jozzi wohl accomodirt und bezahlt,
und mich als seinen Compagnon accordiret. Wegen den Jozzi muß er destwegen
regard haben weil er wirklich Comission hat, und subscribent>en@ versprochener
hat, und gleichsam cediret. Miei d>e@v>otissi@mi Complimenti al Signor Mingotti
mi spiacce in¿nitamente la fatalità successa da gente veramente ingrata ed
indegna, mà questi guastamestieri facilmente pagarano perché la corte vedrà ben
presto la differenza delle compagnie, perché chi vorrà andare in paesi si lontani
senza speranza di qualche regalo? Die Milady Midlesex hat einen fause ch
couche mit ein>em@ Bub>en@ gehabt, gehet aber schon wieder aus. Der neülichen
Schreken von den Bely hat der närrsche Walsch verursacht, welcher so alber
und hierogliphicè um mich gefragt, und die alte hat ihn für den Beli gehalt>en@,
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur