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467Edition
der Briefe
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30 Brief Nr. 113
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker [in Kopenhagen],
7. März 1749
A Mada>me@
Madame >Marianne@ Pirker p>résentement@ à >Copenhagen.@
No 43. \41./ von 7t>en@ Martij >1@749
London den 7t>en@ Martij A>nno@ 1749
Herzallerliebste Marianna
Ich habe zu spät und zu fruh erfahren, daß der dänische Courier, so die Botschaft
wegen des Prinzens hieher gebracht, wieder dahin abgeh>en@ solle weil ich in der
Meinung daß er gleich mit selber Post verreisen werde, und nicht Zeit gehabt ein
und anders anzuschaffen nachdem er noch hier verzieh>en@ müssen ist der ihm
mitgegebene Brief alt worden, und habe indessen deines von 21t>en@ Febr>uarij@
erhalt>en@. Nun will ich dir auf die vornehmsten materien antwort>en@. Jozzi hat
bereits 2 mahl nachdrüklich auf Brüssel geschrieb>en@. Die Ausrede von Lapis ist
es >X@ und ich habe von 3 bis 4 Oertern gewisse Nachricht, daß alles ohne Grund.
NB Wenn dem Mingotti im Ernst was zu unternemmen, so muß er selbst gehen,
denn mit relationen ist alles mit der Wurst >X@bunden. Jozzi hat auch ausgeforscht,
und er wird seines theils >alle@s thun was möglich, >den@n wenn er schon schlecht
auf dem Thea>ter i@st ers nicht Brüssel noch in Holland wo er in grossen concept
>und@ dem Mingotti grossen Dienst thun kan, und in regard dessen muß er ihn auch
viel besser halten und zahlen. Jozzi ist sehr verleg>en@, daß du ihn so kurz, und
nur scherzweis und equivoque antwortest, du darfst \dich/ auf meine Erinerung
jezt nicht kehren, da ich bey ihm, und weiß was er vor hat und alle seine Auf-
führung, auch des Schilings halber keine Ausrede mach>en@, daß du so kurze und
geschmierte Brieffe schreibest. Ich muß frey bekennen, ich förchte immer du hast
dich wieder auf den Gräzer und Preßburger Fuß gesezet denn deine Kaltsinnig-
keit und >S@eltenheit auch Kürze in Brieffen, die beständige Ausreden, daß du
nicht Zeit, giebt mir grossen Argwohn. Ich merke an ihn eine gleiche Beunruhi-
gung obwohlen dieser schäzenswürdige Mensch allzu discret sich gegen uns was
merken zu lassen. Ich beschwöre dich mir es lieber aufrich>tig@ zu bericht>en@,
und mich nicht zu meinen Tod auf diese Art zu dir zu kommen zu lassen, und
mich >lieb@er in gröstem Elend gehen lassen wo mich mein destin hinführen
wird, denn dergleich>en@ >S. 2@ leben wäre mir nicht mehr erträglich. Ich hoffe
das bessere, und glaube du wirst dich deiner Schwüre erinneren und solche hal-
ten. Wegen des Wytch seiner affaire möchte ich den Deüffel bekommen. Verstehst
du nicht mehr Teütsch, od>er@ kanst du nicht mehr lesen, daß ich NB NB
NB: etwas aufzuweisen begehret habe, um mich zu legitimir>en@, hast du keine
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur