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60 che non mi averete fatta qualche gran Toppè Addio adorata consorte, spero che
lތanno prossimo, ò per dir meglio questo maggio consumerò il mio dovere col
desiderio del quale vi abbraccio, e vi bacio mille volte addio. | Der Wind ist wie-
der gut zum abreis>en@ also hoffe ich daß du auf meine, nemlich diesen, und den
von 11t>en@ wirst Uns noch antworten können, denn deiner von erst>en@ Martij
ist in 9 Dägen hiehergekommen. Schreibe doch und antworte so wie ich dich
so oft gebet>en@, daß wir einen Trost bekommen noch vor meiner Abreise. Die
Dänzerin hat eine amour gemacht mit den Jung>en@ Castratt>en@ so hier singt
Caetanin Guadagni, und ihr amant ein Capitain den sie grausam viel gekostet,
hat Nachricht erhalt>en@, daß sie gestern beysam geschlaffen, so ist er mit 5 Kerls
>S. 3@ gekommen, hat sie in Bett beede überLassen \fallen/, und jämerlich zer-
peitschet. Sie ist eine tourinerisin, von teütsch>en@ Eltern, und läst sich tedeshia
Tedeschina dessentweg>en@ hier heissen. Ich habe dir schon öfters von ihr ge-
schrieb>en@. Sie kennet Uns von Bologna aus, wo sie gewest, da du das lezte mahl
dort gesung>en@. Sie hat alles in der Welt tentirt den Jozzi in die Schlingen zu
bekommen, sie hat ihn aber nicht einmahl in ihr Haus bring>en@ können. Nimm
dein KöpÀ recht zusammen, und siehe doch zu, daß du diesen Winter für ihn was
ausdenkest, und daß der Mingotti ihn wegen Brüssel emploirt, es wird gewiß sein
Schad>en@ nicht seyn, und dort würde er gewiß gefallen. Schreibe allzeit Àeissig,
damit ich weis, wie, wenn, und wo wir Uns einand>er@ ¿nden sollen. Wenn mir
der kleine Finger nichts wiederwärtiges sagt, o wie solle es alsdenn zugehen.
Wer weis, warum Mingotti so wied>er@ den Jozzi ist, vieleicht ist es ein anders
nisi. Ich habe dir das meiste schon i>n@ meinem vorig>en@ Brief mit der Post
geschrieben,+ in specie die Nothwendigkeit>en@ betreffend, und was der Courier
mitbringt. + also schliesse ich für d>ies@es mahl dich 1000mahl küssend als dein
bis in Tod getreüer Pirker Liebe mich so wie \ich/ dich, und wie ich dir jederzeit
getreü verblieb>en@. Ich habe dir den alt>en@ Brief von Jozzi beygeschloss>en@
den wir ich dem Courier gegeb>en@, als ich gehoffet er solle schon vor 14 Dägen
abreisen.
Die Affaire von der Tedeschina ist anfänglich ist auch mehr davon gesproch>en@
word>en@. Er >sic@ waren nur Drohung>en@, und keine Streiche, und jezt ist Sie und
der Capitain gut wie vor.
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten, 1 Zusatz von Giuseppe Jozzi Beschädigung durch Siegelöffnung.
THEMENKOMMENTAR:
Der Brief führt die Themen der unmittelbar vorangegangenen fort, insbesondere
Giuseppe Jozzis Verhandlungen mit Paolo Scalabrini wegen eines möglichen
Engagements im dänischen Hofdienst, die Überlegungen zu einem Gastspiel Pietro
Mingottis und seines Ensembles in Brüssel sowie Francesco Crosas Bene¿z-
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur