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der Briefe
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25 Brief Nr. 116
Marianne Pirker [aus Kopenhagen] an Franz Pirker in London,
15. März [1749]
A Monsieur
Monsieur Franoois Pirker a Londres at the 4 Nations in Panton Street
>unbekannt:@ | Franco Amsterdam |
>unbekannt:@ | Amsterdam den 26. Maart 1749 P>e@r addresse van E>uer@ Ed>len@
D>ienst@W>illige@ Dien>er@ Cordes & Compa>gnie@ |
>Franz Pirker:@ | No 18. |
d>en@ 15. Marzo
allerliebster pirker.
Ich hofe ja du wirst nicht böße seyn, allein es ist nicht auß nachläßigkeit geschehen,
sondern ich dachte Joseph käme erst in april, bitte dahero meinen aufrichtig>en@
Wunsch aufzunehmen. aber was soll ich gedencken daß ich schon 5. posttäge kei-
nen Brief bekommen, schreib mir doch wie viel du geschrieben nach denjenig>en@
so du an den mingotti geschrieben, und NB: denselben posttag bekamm ich keinen
und seither nichts mehr, solte etwa der spizbub der tarbes die Briefe auffangen
auß forcht daß ihr mir etwas von der corespondence des Scalabrini berichtet. nun
heist es er häte an den lorenzin geschrieben. verwichenen mitwoch d>en@ 12:t>en@
haben wir wieder alle bey Hof im appartement bey der spiehlen gesung>en@ es war
der tag des Hervorgangs, sie ist wieder schön wie ein Engel, ach der verÀuchte
Scalabrini welcher schuld ist daß ich nicht noch ein Jahr dießer gnädigen Herr-
schaft dienen kan. Die kleinen zwey prinzeßin>en@ sind schön wie Engel die große
geht ins 3.te Jahr, ich wartete Ihnen letzhin auf, und damit ich ihr sang so singte
sie mir erstl>ich@ etwas vor, wolte absolute ich solte sie auf den arm nehmen, ich
thate aber solches auß Respect nicht sie glatschte ihr kleine schöne Händge>n@ und
dorfte sie keine von denen herum stehent>en@ dames rühren, eine solche schönheit
habe ich in meinen leben nicht gesehen. unsere Serenate haben wir noch nicht
aufgeführt, weilen es schon zu tieff in der fasten ist, in Hamburg schehren sie
mich auch ich soll ihn>en@ nach ostern eine opera geben, ich will aber den Hof
nicht versaumen, und lieber bey meiner Durchreiße sotoscribenti vor den Winter
machen, wann ohngefehr auß den Hof und Brüßel nichts werden solte. NBNBNB:
vergeße ja nicht ein baar schwarz seidene Mansstrimpfe einzukauf>en@ aber nicht
glatte, sondern gewürfelte oder gestreifte, ich hofe du wirst mich ja verstehen, ver-
gieß es ja nicht. item schicke mir sogleich die aria oder vielmehr Canzonetta von
palma, che ti giova o cara philis. Der psalm kommt mir nicht mehr a tempo, mithin
ist es überÀüßig daß du ihn hieher schickst, vergieß nur nicht ihn abzuschreiben,
und soviel es möglich stefanische duetten, sie sind vor den Hof sehr nothwendig,
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur