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65 eine andere Bewantnuß des grafen Ranzau wegen hätte, dann eine beßere Com-
pagnie wird er in seinen leben nicht zusammen bringen, und welche hier einhellig
geliebt und applautirt war, die ganze noblesse sagt ihm dießes allein er sagt es
gehe auf seinen Rischio, die Costa ist 1.ma donna, NB: solte der Jozzi die reiße auf
des Scal>abrini@ unkosten machen, so soll er sich wohl in acht nehmen, dann sie
werden ihm zu Hamburg per aqua gehen machen, mithin muß er speci¿cir>en@ biß
nach Coppenh>agen@ zu land, dann sonsten kostet es ihm auß seinen Beutel, und
auf solche art auch die zuruk reiße, obwohln diejenigen so hieher kommen, ihre
noth haben werden, das reißgeld z>u@ruk zu bekommen, dann stelle dir nur für,
daß Ming>otti@ mit einer so gut>en@ Comp>agnie@ dießes Jahr sehr stark verlohren,
das Scal>abrini@ noch keine pracci vom teatro hat, daß er alsdann ein Bauer der
zum Edelmann wird, daß er spiehlt wie der teufel, en¿n, die Zeit ist kurz und kan
der Jozzi alsdann suchen ein concert in der fasten auf den Cembalo zu machen,
der Klug macht eines nach ostern auf den gläßern, und Concert di Cembalo. Du
meldest mir nichts vom geld, und wie es mit den Borosini steht, hast du einmal
die Hülfe des Baron wasner verlohr>en@, so kommen wir um alles, mein Gott
seye doch nicht so nachläßig. ich schicke dir hier ein Muster von Band kaufe mir
5: oder 6: Jahrt aber breiter so es möglich jedoch daß sie von dießen schönen
blau sind und atlas, ich habe sie bey den Kaufmann am Eke über den Heymarkt
genommen. NB: solte dich der goldschmitt anreden weg>en@ des ringl, so giebe
ihm etwa eine halbe ghinée, dann ich habe immerzu Rimorso als hätte ich ihn
betrogen, vergieße es nicht. Des Ming>otti@ comissionen vergieß nicht absonder-
lich die garnitur von den gewißen schwarzen Knöpfen, des Herrn von, von, von,
Haager seine laße nur bleib>en@, dann er ist noch der alte spizbub, kanst du mit
guter art von des Klug seiner uhr loß kommen, so nimm sie auch nicht, und solte
dir auch der waith das geld gegeb>en@ hab>en@, behalte es nur, so geht es a conto
des anterjeng, dann auch er wäre capable auß interesse >X z@u verleugnen, die
turcottisch>en@ >S. 3@ aber premir>en@ mich sehr, und komst du selbst nicht so must
du nach Hamburg schicken soviel du kanst, dann ich kan absolute nicht zur
lügnerin werden, solte dir der Himmel alßo geld geschickt haben, so schicke alles
vor die turc>ottischen@ mit den nächsten schif nach Hamburg um gottes willen,
oder siehe daß du den irrländer Zeug aufnehmen kanst und schicke ihm sogleich
nach Hamburg, mann wird dir ja soviel credit machen, es kan auch das porto nicht
so viel machen. ich muß schließen liebe mich>.@ ich habe unter des Jozzi addresse
geschrieb>en@ nicht um ihm in unkost>en@ zu bringen, sondern ich habe auf dieße
art mehr plaz vor dich. ich ersterbe deine getreue Marianna adieu.
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2840, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Dreiviertel von S. 3 / 4 ausgeschnitten, Beschädigung durch Tintenfraß und
eingerissene Ränder. Auf S. 4 sind nur noch Franz Pirkers Nummerierung und Teile
der Buchstaben an den Zeilenanfängen der Adressierung zu erkennen.
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur