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70 winter ist mit den>en@ tänzern nichts zu thun, dann man muß erst sehen wie es
geht, basta daß die pantomin nicht dort>en@ hin kommen, welches außführlich zu
wiß>en@>.@ ich weiß warum du mich beschuldigst daß ich schmiere, glaubst du
dann ich habe an dich allein zu schreib>en@, glaubst du dann daß mann ein vieh
ist, und daß 7: biß 8: opern in 5 oder 6. monath zu studir>en@, probir>en@, agir>en@,
keine Zeit brauchen, die memoir ist keine viedel die mann weglegen kan, daß
wann ich noch lang dießes leb>en@ führ>en@ muß, so komme ich vor der Zeit ins
grab, meine reputation ist mir lieb, die parten sind stark, die fatique ist groß, und
aller sorg und Kummer ligt auf mir, von allen ort>en@ will mann gelt von mir, und
du ruckst mir noch für daß ich nicht alzeit process schreibe, absonderlich wann ich
keine Materia habe, dann was ligt dir daran, ob eine oder die andere ein>en@ harten
oder weigen stull hat, du wilst noch ich soll dir Brief collationir>en@, es ist genug
wann ich dir die quantität schreibe, wie ich dir in meinen letzten gethan, und wann
ein oder der andere solte verlohr>en@ seyn, so ist es übel genug es seye was vor
ein dato es will. Du bist die nachläßigkeit selbst, dann ich schicke dir die addreße,
weil ich gesorgt mann hätte mir Brif aufgefangt, und du schreibst gleichwohl unter
meinen Nahmen, was hilft es daß du des Secretario seine recapito darauf gesezt,
dießes scheret mich wie der teufel, weil du gar nichts nach meinen will>en@ thun
wilst. ich habe mir wohl eingebildet daß du die Borosinische sache vernachläßigen
wirst, es ist dein schad dann ich kan dir weder jezt noch niemals kein>en@ Kreu-
zer mehr schick>en@, und wann du dießes gelt hättest, so köntest du von londen
wegkommen, außer dießen weiß ich kein mittel, ich habe dir 10: mal geschrieb>en@,
daß ich von hier auß nichts mach>en@ kan weg>en@ des milord, und dannoch hast du
den verÀucht>en@ gedanck>en@ noch im Kopf. weder feyertäg, noch gebuhrtstag,
oder neujahr wunsch habe ich nicht bekommen dienet zur regel. außer dieß>en@
habe ich alles was du meldest in deinen Brifen geleßen, und beantwortet, siehe alßo
nur um die quantität der Brife. >S. 3@ Das englische gesang und paterno amplesso
hab ich erhalt>en@, vors Kleyd habe ich mich bedankt, und dein>en@ gut>en@ gusto
geprißen, allein du ließest meine Brife nur obiter hin, und nur einmal, dann ich
kenne wie du es mit allen Briefen machest. nun weist du daß ich mit Scal>abrini@
nichts zu thun habe, alle welt wollen mich hier haben, allein mir stekt der Hof im
Kopf, und werde lieber ein anders Jahr wieder her kommen, ich habe mich einmal
resolvirt in gewißheit mit den Hof zu sezen, thäte mir alßo sehr leyd wann sich
Jozzi um ein bagatel emplojrte um bey mir zu seyn, dann er betrügte sich, ich bin
ihm auch unendlich obligirt daß er a vicenda mit mir machen wolte, hebt sich also
alles >a@uf, aber um gottes willen er soll sich um kein b>a@gatell engagir>en@, ich
habe gehört daß mann ihm 300: duc>aten@ offerirt, daß wäre eine schande nicht ein
mal um 400. dann die Strapazen sind groß, und in vertrauen gesagt er müste auch
in buffa opern die parti serie machen, in somma quell ignorante la pompeati non ha
volsuto cedere un soldo alli 600: ongheri, e ha volsuto pi tosto partire, ¿guratevi
Jozzi che può guadagnare il doppio suonando, se gli danno 500 lo può accettare
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur