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70 geringere, wenn wir nur einmahl die Haubtsache ausgemacht haben, und die Pan-
tomimi nicht ein[en] Strich dardu[rch] mach[en]. Jezt komme ich auf den puncten
der Schmiererey, und des Schreib[en], der Madame so un[leser]lich vorkommt.
Wenn ich das Glück haben werde, Brieffe gegen Brieffe zu combin[ieren] wird
sichs ¿nden, wie viele Sachen unbeantwortet geblieb[en] und wenn es so, daß, wie
[du] leztens geschrieben, etliche Brieffe verlohren gegangen, so ist es kein Wun-
der, daß nic[hts] aufeinander passet, ist also nicht nöthig, die Feder aufzuziehen,
noch weniger mich ein[er] Nachlässigkeit zu beschulden, weil ich die [Adresse]
an Herrn von Treiber selb[X]mahl noch nicht ge[meldet][.] Ein einziges mahl
hat Jozzi das Pitschaft z[war] zu Haus gelassen, ich h[abe es a]ber nicht [X] [S. 2]
[X]en, und dahero geglaubt er habe es bey sich. Er ist auch nicht herum geludert,
sondern bey einen Concert gespielet. Durch den Courier war es nicht nothwendig,
und seitdem wirst du selbst bereits wissen, daß wir sich desselben Pitsch[aft]
und Adresse jederzeit bedienet, ausser das vorlezte mahl, wo du mir selbst
geschrieb[en] imediatè an dich die Adresse zu mach[en]. Der Lezte von mir
nach Coppenh[agen] von 11t[en] hui[us] ist wieder unter der Adresse des Herrn
von Teibers. Wegen der Borosinischen Affaire schreibst auch wieder ohne raison,
daß ich sie nachlässig tractiret. Ich habe 2 mahl an Kirchhoff geschrieben durch
Couriers, und keine Antwort erhalten, bis jüngstens, wo er mir schreibt, daß er mit
nechsten Geld zu erheben hoffet, seitdem hat \wird/ er von mir einen erbärmlichen,
und nothdringenden Brief erhalten hab[en] /: dieses ist der 3te :/ wied[er] durch
einen Courier, auf welchen ich däglich eine Antwort erwarte, indem ich ihn auf
das nachdrüklichste gebett[en] mir alsobald auf der Post zu antworten, und nicht
etwa auf Abgang eines Couriers zu warten. Was kan ich mehrers thun? Weist du
denn nicht, wie GerichtsLeüte sind? Den schönen Trost aber, den du mir giebest,
daß dieses Geld mich allein von London rett[en] solle, ist so viel, als sag[en]: du
magst dorten darben und verderben, es wied[er]spricht auch gänzlich was du mir
in [dei]nem vorlezten versprochen, nemlich: daß du von deinem regal von Hof
Uns beeden helffen wollest. Gesezt auch, ich erhielte dies Geld /: wiewohl ich
er niemahls die ganze summa auf einmahl bezahlen wird :/ so muß ichs ja an
Herrn von Zehrer wieder bezahlen, und dieses war auch die Ursach warum ich dir
geschrieben, und gemeldet, daß ich förchte, daß ich dieser Ursachen halber an
meiner Reise gehindert, und vieleicht gar arrestiret werde. Wegen den Milord wilst
du nicht begreifen daß ers nicht hat zu bezahlen, und daß er Himmel und Höle
angeruffen um die summa [für den] Crosa aufzubringen, und daß er immer das
Heft und pretext in Händen h[at], mich [X] den Verfall der Noten od[er] Billets
anzuweisen, derowegen muß ich ihn j[edes Mal] ge[hörig t]ractir[en], bedenke
nur selbsten, wie man sich ärgert, und erboßt, wenn Leüte ge[X] [X] Geld for-
dern, wenn man selbsten es am nöthigsten, und im grössern Unglück noch [da]rzu
keines hat? Es war ja durch den Druk und Weltbekant, daß er für den Crosa nichts
[au]ftreiben können, würde ich ihn nicht vollens <x> rasend gemacht hab[en],
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur