Page - 542 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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542 Edition der Briefe
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80 auch alsdann eine große Besoldung verlangen, alsdann müst[en] wir es such[en]
mit bene¿cien zu verstärken, er wird ja nicht so gar schlechtes bene¿cium in
london hab[en], gedenke also auf sein interesse, und mache ihm weg[en] deiner
liebe zu ihm, nicht eins und das andere verliehr[en], es ist freylich wenig was ihm
Scal[abrini] geb[en] will, solt[en] aber alle strike reiß[en] so ist es beßer als gar
nicht, ich aber thäte es nicht, wann ich in seiner stelle wäre, adieu lieber pirker, ich
küße dich 1000 mal liebe mich wie ich dich, ich kan dir d[en] gewiß[en] tag unsrer
abreise nicht bericht[en]. ich küße dich 1000 mal.
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2840, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Beschädigung durch Siegelöffnung, Tintenfraß auf S. 1/2 und an den Falt-
kanten auf S. 3/4.
THEMENKOMMENTAR:
Marianne beschäftigt sich in diesem Brief mit ihrer Situation in Kopenhagen und
der schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der sich das Mingotti-Ensemble befand.
Da Paolo Scalabrini versuchte, Mingotti die Impresa mittels Abwerbung der
Sänger zu entziehen, waren auch Mariannes Möglichkeiten, in Eigeninitiative
durch ein Bene¿zkonzert zu zusätzlichen Einnahmen zu kommen, beeinträchtigt.
Giustina Turcotti hatte, als Geste der Ergebenheit gegenüber dem dänischen Hof,
zwei Kantaten in Auftrag gegeben. Dieser Kunstgriff zeigt, mit welchen Mitteln
die Operisti um ihre Existenz zu ringen wussten.
Die Übersendung von Notenmaterial aus London über Den Haag und Sante
Lapis an Pietro Mingotti , die in den vorangegangenen Briefen zu allerhand
Spekulationen über die Zuverlässigkeit des Mittelsmannes Anlass gegeben hatte,
fand mit diesem Brief ihr glückliches Ende.
EINZELSTELLENKOMMENTAR:
< > auß des mingotti Brief wirst ersehen haben:] Der Brief Pietro Mingottis
ist nicht überliefert.
< > deinen Brif von 21:t[en] passato:] Brief 118.
< > weil[en] er mir ein andermal a parte geschrieb[en] da er schon bey dir
war:] Marianne bezieht sich auf den Brief vom 31. Januar 1749 (101).
< > da sein Brif so curios gebochen ware:] gebogen. Jozzis Brief war so merk-
würdig gefaltet, dass die Adresse nicht richtig zu erkennen war. Deshalb durch-
lief er erst die gesamte Compagnie, bevor er Marianne als Adressatin erreichte.
< > wann die Kindbett der Königi[n] uns nicht so geschadet hätte:] Durch
den Rückzug der Königin aus der Öffentlichkeit, waren auch das gesellschaftliche
Interesse an der Oper und damit Mingottis Einnahmen zurückgegangen.
< > Die Arien sind entlich nach Dresd[en] gekomm[en]:] Notenmaterial, das
Franz für Mingotti in London besorgen sollte (Brief vom 25. Oktober 1748, 60).
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur