Page - 558 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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558 Edition der Briefe
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140 recomendations Schreiben erhalt[en]. Vieleicht trifst du den Abbate selbst dort an,
dieser könte dir mehr helffe[n], als alle andre, er gilt alles bey der alten Herzogin,
sie hat eigenhändig mit ihm correspondirt. Wenigstens wird sein Brud[er], der
ein Kays[erlicher] of¿cier, und nach Brüssel gehet, dort seyn. Du siehest dahero,
daß \Jozzi/ der arme Deüfel alles in der Welt thut, um bey Uns zu seyn. Du kanst
also mit 50 od[er] 30 Guinée Vorschus, welches du nimer verlieren kanst, der
armen Louisa ein unschäzbahres Capital stift[en]. Gedenke auf Hamburg als das
lezte Mittel, wenn Brüssel, und Holland manquiren. Verliehre diese Gelegenheit
und Zeit nicht mit andern Sachen in deiner Durchreise, denn in diesen Monath
mus noch alles decidiret werden, damit wir im Winter was gewisses haben.
Ich gedenke nicht einmahl auf mich selber, wie es mir armen Deüfel hier gehen
wird? Dem Scola hat der Vatter von einer \hiesigen/ Sängerin hier seine Tochter
genothzüchtigt und impestirt, er ist durchgegang[en] um nicht gehenkt zu werden.
Gott bewahre alle Eltern von dergleich[en] Creüz. Du wirst in Stutgart keine
Schand aufheb[en] wenn du den Jozzi proponirst. Beruffe dich auf den jüngern
Prinz[en], der leztens in Paris gewest, denn der \aeltere Prinz/ Louis wie schon
gemeldet, gehet wieder hin \nach Paris/. Siehe von turcottisch[en] Balsam eine
Provision zu bekommen. Ich habe hier ein[en] \Kayserl[ichen]/ teütsch[en]
Husaren curirt, der alle Englische Prahlhans[en] und Klopffechter geschlag[en],
es sind grosse Wettung[en], Discurs[en], Schrift[en] in Zeittung[en] seinetweg[en]
hier. Wenn es so, daß dich die effetti sterici plag[en], und daß du dich bis auf
diese extremitet enthalt[en], so solst du, wenn ich anderst dich noch zu
seh[en] bekomme, an mir keinen Mann, sondern einen amanten haben sonst
aber wäre es besser, daß du mich nicht mehr sähest, ich hoffe aber das erstere und
bin dich 1000mahl in Gedanken küssend, und mit gröster Sehnsucht erwartend
sich beede von gleicher Krankheit zu curiren zu können dein bis in Tod getreüer
Pirker[.]
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Beschädigung durch eingerissene Ränder auf S. 1/2 und Siegelöffnung.
THEMENKOMMENTAR:
Franz berichtet über Londoner Opern-Kabalen und Giuseppe Jozzis Bemühun-
gen, ebenfalls mit dem Stuttgarter Hof in Verhandlungen zu kommen. Zugang soll
ihm der Freiherr Friedrich Karl von Montolieu verschaffen, ein enger Vertrauter
und Reisegefährte der jüngeren Brüder des Herzogs Carl Eugen von Württemberg .
EINZELSTELLENKOMMENTAR:
< > Rezzani:] Rezzani , Handelshaus in Hamburg.
< > die Antwort von Milord erhalten:] Charles Sackville, Earl of Middlesex ,
Impresario.
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur