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611Edition
der Briefe
zwischen dem Angebot, das Paolo Scalabrini unterbreitet hatte, und der neuen Forde-
rung Jozzis , die 100 Dukaten mehr Gage und zusätzliches Reisegeld umfasste. Sie hält
diese Mehrforderung sowohl in Hinblick auf die ¿nanzielle Lage der Impresa als auch
angesichts der mangelnden schauspielerischen Fähigkeiten Jozzis für überzogen. Der
Hinweis, bei einer Gage von 400 Dukaten erreiche Jozzi mit den Reisekosten fast einen
Gesamtbetrag von 500, belegt, wie kostspielig das Reisen für die Operisti sein konnte.
In Stuttgart verfolgte Marianne zunächst die eigenen Interessen und ebnete auch für
ihren Mann den Weg zu einer Anstellung. Zur Stärkung ihrer Verhandlungsposition hatte
sie sich dem Hof gegenüber als bei Mingotti sehr gefragt ausgegeben, nun sieht sie sich
im Falle einer möglichen Anstellung in der Zwangslage, trotzdem eine weitere Saison
in Kopenhagen für den Impresario auf der Bühne stehen zu müssen, um nicht das Ge-
sicht zu verlieren. Ihre bei Sittard (Musik und Theater am Württembergischen Hofe, Bd. 2,
S. 40
ff.) zitierte Eingabe vom 8. Juni 1749 beim Württembergischen Hof, in der sie um
eine Bezahlung halb in Geld und halb in Naturalien ansucht, ist verschollen.
EINZELSTELLENKOMMENTAR:
< > Nr: 2: und Nro 3: sind mir richtig eingeloffen:] Briefe vom 23. Mai und 27. Mai
1749 (142, 145).
< > Mingotti:] Pietro Mingotti , Impresario.
< > auf 500: duc[aten] treib[en]:] Dukat (Währungen ).
< > ihm solchen:] Giuseppe Jozzi .
< > Scalabrini:] Paolo Scalabrini , Kapellmeister in Kopenhagen.
< > die Costa:] Rosa Costa , Sängerin.
< > dann er ist absolute nicht vor ein[en] ersten Mann « dann sie wollen action:]
Giuseppe Jozzi war Mariannes Ansicht nach für Primo uomo-Partien in Kopenhagen
nicht geeignet, weil man dort bessere schauspielerische Fähigkeiten erwartete.
< > ist sie ein infames lüg[en] Maul:] Gemeint ist Rosa Costa .
< > der Costi:] Rosa Costa .
< > jean foutre:] Nichtsnutz.
< > weil das land steht:] Carl Eugen, Herzog von Württemberg , ließ 1749 zu Fron-
leichnam (5. Juni) prunkvolle Prozessionen nach Ritus der katholischen Kirche durch-
führen und provozierte damit die evangelischen Landstände Württembergs.
< > der Herzog:] Carl Eugen, Herzog von Württemberg .
< > verwittibte Herzogin:] Maria Augusta von Württemberg .
< > 1200 À. offerir[en] laßen, ich bin aber auf 1500 beruhet:] Ich bestehe aber auf
1500 Floren (Währungen ).
< > louisia:] Aloysia, Tochter der Pirkers.
< > Monteaulieu:] Friedrich Karl Freiherr von Montolieu , württembergischer Hof-
meister.
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur