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624 Edition der Briefe
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70 de[n] 400: seye zufriede[n] geweßen: obwohln dieses alles umsonst ist, dann
accordirt er sich nicht um die 400: so nimmt er ihm gewiß nicht, absonderlich
wann die costa kommt, solte sie nun nicht komme[n], so werd[en] sich doch leute
¿nden, welche ihm ein[en] andern anhenken, dann er schreibt mir daß er keine
sussuri haben wolte, pur troppo vi saranno abastanza colla costa. mein Rath
wäre er solte sich accordir[en] um die 400: und solte froh seyn, alles bey den
Ming[otti] zu thun, waß wir andere thun, ¿nalmente macht er a vicenda mit
einer gut[en] freundin, auch nicht mit einer so gar ignoranten person, bist du sein
guter freund und hast \so/ keine[n] riguardo wieder dein eigenes Interesse zu seyn,
so schreibe ihm und rathe ihm aufrichtig, dann ich versichere dich daß ihm der
Ming[otti] nicht mehr nimmt, er hat gar zu üble relation von ihm gehabt, und sein
schönes Clavier schlag[en] hilft ihm auf den theatro nichts. er ist kein narr zu
sagen, was sein ist, soll unser seyn, und was unser soll sein seyn, du siehst wie es
mit ihm in Engelland abgeschlagen, in Hollandt ist es auch auß, wo will er dann
soviel in 6: Monath mit den Clavier verdienen? auf grad wohl wird er auch nicht
hier sizen um die louisia zu informir[en], und in Dienst[en] kommt er nicht so
geschwind, dann mann sucht einen Contrealt in die Kirch[en], auch weiß mann
schon, daß er keine stimme hat, überdießes nimm ich zu viel Besoldung weg, um
noch andere aufzunehmen, so du aber wilst so werde dich und Herrn Jozzi hier
[S. 3] nicht incomodir[en], und ihm gerne meinen Dienst cedir[en], was wilst du
dann dich immerzeit selbst weg[en] andern prejudicir[en] es thut mir leyd daß
allenfalls er nicht nach Coppenh[agen] käme ich ihm so bald nicht mehr sehen
werde, dann wann mann in hießig[en] Diensten ist, so ist keine erlößung mehr
in ein ander ort zu gehen Der Ming[otti] hat vor ihm sorg[en] wollen, an d[en]
dresnerisch[en] Hoff, er hat ihn auch nach pohlen in zwey Jahren nehmen woll[en],
allwo er auß Befehls seines Herrn opern halt[en] wird ich habe auch soll[en]
hin engagirt seyn, alleine wird meine sache mit hier richtig, so kan ich dasselbe
engagement nicht mitnehmen. Ich habe dich oft gebett[en], du solst mir schreib[en],
was die Elen von dem Zeug kostet, so du mir auß Engelland geschickt, alleine ich
habe es nie erfahren können, ist es möglich so nimm ein baar ganze stuck von
dießen nemlich[en] Zeug mit, zum allerwenigsten zu ein baar anterjeng, dann es
hab[en] mir zu Coppenhag[en] viele Comission deshalb[en] gegeben, nim alßo
so viel es gibt, eine[n] anterjeng davon habe ich aber der Mama versprochen, den
muß ich gewieß haben. item nimm etliche pasquill Bilder neus[inger][,] d[em]
Monticelli vor d[en] ming[otti] daßelbe wo die Campioni in Renelaw gart[en], in
somma nimm allerhand vor uns und vor ihn, aber leute die wir kennen. gott gebe
daß dich Jozzi nicht wart[en] läst mit de[n] 30: lb. alleine in Holland ist jezt kein
Heller zu verdienen, /: soviel zur nachricht :/ auf mich mache dir ja keine Hoff-
nung, dann ich habe auch nichts, die ringe so ich indeße[n] außgelöst, muß ich
wieder hier lassen, mein Regal von Hof wird auch schlecht helf[en] dann mann
gibt keinen Menschen mehr als 20: ducat[en] dieße sind mir nicht genug zur reiße
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur