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666 Edition der Briefe
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30 Brief Nr. 169
Marianne Pirker aus Ludwigsburg an Franz Pirker in London,
19. Juni 1749
A Monsieur
Monsieur Franoois Pirker a Londres at the orange Coffé house in thee haymarket
[unbekannt:] | fr[an]co f[rank]fort |
[Franz Pirker:] | No 5. Ludwigsburg den 19t[en] Juny |
Ludwigsburg d[en] 19 Juny 1749.
Herzliebster pirker.
NB: 3: NB: 4: und NB: 5. habe richtig erhalt[en], allein ich bin auß mein[en] numern
gekomm[en], dann ich weiß absolute nicht mehr wieviel ich dir geschrieb[en].
auß erst[en] ersiehe ich wie groß die schuld[en] sind, und daß du auch nichts ein-
kauf[en] kanst. allein vor jezo kan ich dir kein[en] Heller schick[en], wann dir der
Milord nur um gottes Willen noch etwas gebe, probire es villeicht thut ers, dann
wir hab[en] die sach[en] Nothwendig, ach bringe doch um alles, etliche stüke von
den Zeug mit so du mir geschikt, obwohln du mir niemals geschrieb[en] was er
kost, ich werde entsezlich geblagt, und könn[en] solch[en] theuer anbring[en],
tombakene uhr[en], und tabatiere[n] premir[en] mich sehr, siehe den Kaufmann so
des Milords billet in Händ[en] hat zu bereden, daß er etwas außnimt und es hernach
an gelt abzieht. item ciccolata, dann es geht hirauß[en] sehr hart, man kan kein[en]
bekomm[en]. Du hast gut schreib[en], ich solle weg[en] d[em] Jozzi die alouisia
bedenk[en], ich habe so alles in der Welt gethan, allei[n] eure Blindheit hat alles
wieder verdorb[en], wie ist es dann möglich daß du d[em] Jozzi solche Narretheyen
angehen läst, ich hab dir ja 1000 mal geschrieb[en], daß ihn der Ming[otti] nicht
braucht, und daß er ihn überÀüßig annimmt, warum hat er dann von ihm mehrer
gefodert als ihm der Scal[abrini] geb[en] woll[en], da es doch [S. 2] natürlich daß
ihm Ming[otti] noch nach viel[en] Jahren mehr dienen kan, als der Scal[abrini][.]
ich habe weder dir noch ihm gar nicht mehr schreib[en] woll[en], sondern euch
beede in eurem Irrthum lassen Wollen, allein der Jozzi plagt mich unendlich mit
sein[en] Brifen, und hat mich gebeth[en] d[em] Ming[otti] zu schreib[en], daß er
um die Contiziones welche ihm der Scal[abrini] gethan kommen Wolte, ich habe
es sogleich gethan, alleine ich bin versichert daß wir nicht mehr a tempo, dann der
Ming[otti] hat nicht unrecht, würde auch auf dein[en] Brief alle Rifection gehabt
hab[en], allein er kan erstlich nicht sogleich 100. ducaten wegwerf[en], andertens
will er absolute keine susuri weg[en] den primo homo hab[en], dann dießes ist
gewieß daß er absolute a vicenda mit mir machen muß, und dießes thue ich auß
freundschaft, dann wann der Farinelli bey mir wäre, so thäte ich es zu Coppen-
hag[en] nicht anders, ich bin in gar zu gut[en] Concept indeßen habe ich den
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur