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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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706 Edition der Briefe 35 40 45 50 55 60 65 70 antwort von Ming[otti] werde auch nichts unterlaß[en] mei[n] möglichstes zu thun, dir aber die Wahrheit zu sag[en] so hast du mit dein[em] närrisch[en] Brif so du ihm geschrieb[en] alles verdorb[en], dann er hat mir solchen überschickt, und sich sehr scandalisirt daß du in selbem mehr auf des Jozzi als dei[n] Eig[en] interesse gehst und sagst daß es denselb[en] sehr prejudicirlich wäre unter einer donna secondo homo zu mach[en], e was zum teufel ich bin ja deine frau, und er beförchtete daß Jozzi wie alle Castraten seyn, und hernach zu Coppenh[agen] mir nicht cedir[en] würde[ ] mithin wolte er ohne sussuri seyn, nun hofe es werden unsrer aller seitige Brife etwas bey ihm außgerichtet haben, lieber pirker der Ming[otti] ist von d[em] Klug und turcottisch[en] völlig von unseren amour zwisch[en] Jozzi informirt word[en], siehe alßo was du für eine schöne ¿gur bey ihm gemacht mit dei[nem] Brief dann du zeigst dich absolute ein guter Mann zu seyn. Dei[n] und Jozzi project wäre daß solcher hieher käme ist absolute umsonst indeme er mich nicht mehr antreffen kan, welches ich ihm auch geschrieb[en], dann ich hofe ja du wirst glaub[en], daß ich kein[en] Kreuzer habe das hießige Regal wird schlecht oder gar nichts seyn, indem ich in Dienst[en] genomm[en] word[en], und mann imm wirths hauß 150: À. für mich zahl[en] muß, mithin muß ich die Zeit gewinn[en] und etliche Höffe herum reißen, käme alßo Jozzi anjezo hieher und ich wäre nicht zugegen, so wäre es völlig auß mit ihm dann der neußinger ist der fälscheste Kerl von der Welt, und ist ihm gar nicht lieb daß ich hier in Dienst[en], indem er gar nichts mehr gilt. Bey gestriger Cammer Musik sagt[en] der Herzog zu mir, Ey sie hab[en] mich heute in der Kirch[en] nicht ansehen wollen ich habe Ihnen immer mit d[em] Kopf aplaudirt, allein in der Kirch habe ich die Hände nicht klatsch[en] können sonst hätte es gewieß gethan. siehe alßo wie sie mich lieb[en], er neusinger hat auch gar nicht extra gut vom Jozzi mit mir gesproch[en] wie ich ihm fragte ob er ihm kenne, nun ist ohne meiner person noch ei[n] Claußel. neml[ich] Herr OberMarschall ist vor etlich täg[en] ins Bade auf etliche woch[en], ohne welch[en] kein Mensch in Dienst[en] genommen wird, dann die Musik wird von der landschaft [S. 3] und nicht von den Hof bezahlt, mithin wäre dermahl[en] dieße reiße mehr zu des Jozzi prejudiz, so aber habe hier schon ein[en] gut[en] freund welcher verhindern wird daß sich kein anderer einschleicht, dießes ist unser ConcertMeister bianchini welch[en] jozzi von Romm und cöln auß als Tittarelli kennt, ich habe Jozzi schon oft weg[en] seiner gegrüst, er ist aber nicht so höÀich sich einmal seiner zu erinnern. Montolieu ist vorbeständig in die schweiz gereist, keiner von d[en] prinz[en] welche ihm kennen ist hier, ich bin im weggehen, so wäre es ja sein gröster schade basta daß er hernach mit uns kommt und die seit[en] nicht zu hoch spannt. Ey du weist ja daß wan dir Wytch das geld nicht giebt, daß du die uhr nicht nehm[en] sollst ich muß recht lach[en] über dei[nen] Einfall weg[en] der Religion der Kinder, da ich nicht einmal Zeit habe genug zu denk[en], wie soll ich dann eine[n] Misionariam abgeb[en] kön- nen, in den[en] sprach[en] teutscheln sie freylich, das teutsche aber ist sehr schön.
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
Title
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Subtitle
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Volume
1 & 2
Editor
Daniel Brandenburg
Publisher
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
1048
Category
Kunst und Kultur
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